Samstag, 23. August 2014

Der nächste Schritt

Es ist inzwischen drei Tage her, dass Mock und ich mit seiner Familie zu Abend gegessen haben. Danach hat er mir seinen Freund Johnny Mac und dessen Freundin Ashley vorgestellt, mit denen wir den Abend zwischen Eisbechern, nicht-alkoholischen Drinks und Beziehungsgeschichten verbrachten.

Es ist schon fast Mitternacht, als wir gähnend das schließende Lokal verlassen, als Johnny Mac vorschlägt, noch kurz ein Foto zu schießen. Gesagt, getan: zwei Fotos von ihm und seiner Freundin, dann sind wir dran. Mock kann sich mal wieder nicht entscheiden, wo und wie wir stehen. Jetzt geht er auch noch auf die Knie, was ist es diesmal? Hat er etwas fallen gelassen, ist sein Schuh offen oder will er mich einfach nur wieder auf den Arm nehmen? Oh, eine Liebeserklärung auf Deutsch, wie süß! Aber nichts Neues, das kenne ich ja schon. Nur seltsam, dass er mir die gerade hier und jetzt macht, wo Johnny Mac darauf wartet, uns zu fotografieren. Und was genau holt er da aus seiner Hosentasche? Wirklich, eine kleine schwarze Box? Das wird aber jetzt ein ziemlich realistischer Trick!... Oder?... Moment, dieses "Willst du mich heiraten?" gehört nicht zu seinem üblichen Liebeserklärungs- und Komplimente-Wortschatz.

Ich würde liebend gerne behaupten, der Himmel sei voller Geigen und wir von Hunderten von Schmetterlingen umschwärmt gewesen, mein Herz sei mir fast aus der Brust gesprungen und ich habe filmreif und unter Freudentränen ein entzücktes "Ja" gehaucht, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht einmal mehr an den genauen Wortlaut meiner Antwort erinnern. Dem Ring an meinem Finger nach zu urteilen, muss sie allerdings positiv ausgefallen sein.

Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass sowohl seine gesamte Familie als auch Johnny Mac und Ashley von Anfang an eingeweiht waren und das vermeintliche Foto von uns schlussendlich ein Video war.

Wieso war ich die Einzige, die von nichts eine Ahnung hatte??

Freitag, 1. August 2014

"Cottage am See" oder "komfortables Kleintiergehege"

Etwa drei Stunden von Springfield entfernt verbringen meine Gastfamilie und ich ein paar Ferientage im Cottage der Großeltern, das direkt an einem Badesee liegt. Mit dabei sind einige Lebewesen, die ich kurz erwähnen möchte.

Zum Einen gibt es - wie wohl in jedem Cottage am See - eine Unmenge an Mitbewohnern, die den Familien verschiedenster Insekten-, insbesondere Spinnengruppierungen zuzuordnen sind. Seien es nun die populären Weberknechte, die übrigens keine Spinnen sondern Käfer sind (!), die kleinen und großen mit schwarzen haarigen Beinchen, überdimensional große Käfer, Ohrenkneifer auf dem Schneidebrett oder die allseits gelie... äh gejagten Mücken. Sie alle haben hier ihr zu Hause gefunden und fühlen sich pudelwohl. Vielleicht sogar wohler als wir menschlichen Besucher.

Zum Anderen verlaufen im Garten zwischen Cottage und See drei Schnellstraßen, die vorwiegend von Streifenhörnchen genutzt werden. Von menschlichen Gestalten lassen sich diese kaum beeinflussen.

Die dritte Gruppe von Lebewesen scheint auf den ersten Blick aus der Tierwelt zu kommen, hat seine Wurzeln aber in einer Anderen: Die Rede ist von vier Wasserratten, die selbst bei Sturm und Regen im See plantschen, während ich als Aufsichtsperson sie trotz langer Hose und Jacke fröstelnd vom Dock aus beobachte. Was soll ich sagen, sie sind mir zumindest in diesem Punkt haushoch überlegen.