Dienstag, 11. Januar 2011

24.12.-25.12.2010

Nach ein paar Motivationsschüben durch Freunde ringe ich mich heute dazu durch, endlich den Abschluss unseres langen Urlaubs zu beschreiben. Am Abend des 24.12. flogen wir von Melbourne nach Singapur (6:45h, 6039km). Da es am Ende des Fluges Turbulenzen gab, konnte der Pilot erst in den letzten 30 min die Landung vorbereiten, was bedeutet: 12000m Höhenunterschied in einer halben Stunde. Sturzflug. Urs, der Landungen generell nicht so gut verträgt, fand das gar nicht so lustig. In Singapur hatten wir etwa 5 Stunden Aufenthalt, in denen ich meine ersten Weihnachtsmails verschicken konnte und den Luxus einer Fußmassage genossen habe. Ich spür die immernoch… Nach 4 Flügen total routiniert konnten wir dann die Sicherheitsuntersuchungen für den Flug nach Zürich (12:30h, 20787km) passieren. In einer meiner Wachphasen (keine Ahnung, wie spät es war, wir sind ja die ganze Zeit durch die Nacht geflogen) lag unter uns der ungarische Ort „Papa“. Da hatten wir schon Länder wie Afghanistan etc. erleichtert hinter uns gelassen. In Zürich wurden wir am frühen Morgen von Irmela’s Eltern abgeholt, bei denen wir eine knappe Woche geblieben sind. Kurz vor Silvester haben wir Urs’ Familie besucht. Die Zeit dort bestand vor allem aus Musik machen (dank Sarah^^), Schlitten fahren und auf Ralf hoffen.

Ich wurde einige Male gefragt, wie das bei mir mit Weihnachtsstimmung aussah… dank den von meiner Mutter liebevoll gebastelten Adventskalender wusste ich zumindest im Kopf, dass bald Weihnachten sein musste. Aber Weihnachtsstimmung? Ohne…

… Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel

… Kartoffelsalat

… Familienabend vorm Weihnachtsbaum

… echte Weihnachtsbäume

… Weihnachtsmarkt mit Glühwein…

Nein, nicht wirklich. Auch die ganzen „Happy Christmas“ am Abflugtag schienen irgendwie total unpassend. Bei tropischen Temperaturen im Schmetterlingsgarten kann man sich als Europäerin einfach nicht vorstellen, dass Weihnachten ist.

Samstag, 25. Dezember 2010

21.12.2010

Wir sind jetzt kurz vor Melbourne, haben heute Geelong angeschaut. Während die Kids auf dem Spielplatz waren, haben Irmela und ich einen Blick in die Attraktionen Melbournes geworfen. Danach war es nicht mehr schwierig, Irmelas Frage zu beantworten, was ich mir denn für Melbourne wünsche. Einen Tag länger. Mindestens.

Der gestrige Tag hat frustrierend angefangen und wunderschön mit einem Lagerfeuer und Schokolade aufgehört. Insgesamt war er sehr verregnet und stürmisch, aber das Wetter hat sich schon heute und wird sich auch morgen weiter verbessern.

Kurz und bündig, so wie es sich gehört *stolz*.

19.12.2010

Ok, 4 Tage kurz zusammenfassen wird keine leichte Aufgabe. Am 16. und 17.12. haben wir ganz einfach die Great Ocean Road genossen. Wir sind an fast jedem Parkplatz angehalten, im tiefen Sand zu einem Lookout (unter anderem zu dem bei den 12 Aposteln, die übrigens nicht mehr ganz 12 sind…) gewandert und haben Fotos geschossen, die alle gleich und doch irgendwie unterschiedlich aussahen. Wenn möglich sind wir auch runter zum Strand gelaufen, um dort im noch tieferen Sand zu versinken und Wind und Wellen zu genießen. Naja, für „genießen“ war es etwas zu kalt, aber wir haben uns nichts anmerken lassen. Das ganze hin und her war ziemlich anstrengend und wir waren an den Abenden echt fertig. Deshalb hatte ich auch keine Lust mehr zu schreiben. Nachts hat es durch unsere Lüftung reingeregnet und es hat einige Zeit und Nerven gebraucht, das im Halbschlaf um 4 Uhr morgens zu flicken. Gestern hatten wir erstmal genug von Küste angucken und haben etwas ganz anderes gesucht. Regenwald. Passend zum Wetter… Am meisten beeindruckt haben mich dort die Farne. Richtige Farne, nicht so kleine Pflänzchen wie in Europa. Die Farne hier haben mit ihren mega Blättern Dächer über den Weg gebaut und hatten Stämme, die erstaunlich genau aussahen wie Mammutbeine. Von einer der vielen Brücken hat Jonathan seinen Teddy runterfallen lassen. Ich hatte den schon aufgegeben, aber Irmela hat sich todesmutig in die Schlucht gestürzt und dem verletzten Bären das Leben gerettet. Leider hat sich bei dieser Rettungsaktion der Akku meiner Cam verabschiedet. Nachmittags sind wir auf einen Tree Top Walk 48m hoch in die Bäume gekrackselt. Zu dieser Aktion hatte ich Dominic einige Stunden im Tragetuch und ich kann euch sagen: ich spüre es heute noch. Danach waren wir in Johanna. Das solltet ihr euch jetzt so lange nicht bildlich vorstellen, bis ihr wisst, dass „Johanna“ der Name eines kleinen Ortes im südlichen Zipfel Australiens ist. Hier wurde sogar ein wunderschöner Strand nach mir benannt! Müde und geschafft von Treppen, Sand, Dominic, Nachtaktionen usw wollten wir schon früh schlafen gehen, aber Urs war noch nicht müde genug. Seine verrückte Ader war noch wach. Also sind wir im Dunkeln wieder zurück zum Regenwald gefahren, um dort im frierend im strömenden Regen Glühwürmchen anzugucken. Jonathan’s Kommentar im Regenwald dazu: „Schau mal, so sieht Dunkelheit aus!“ Glaubt mir, ich würde es jede Nacht wieder machen! Egal, dass wir danach schlammig, nass und todmüde wieder nach Johanna zurückfahren mussten, bis wir ins Bett konnten, es hat sich wirklich gelohnt. Schon deshalb, weil die Kinder sofort eingeschlafen sind und nicht wie sonst noch lange Radau gemacht haben. Ich hatte trotzdem keine Energie mehr zum Blog schreiben. Ich weiß, das ich kaum nachvollziehbar, aber trotzdem leider wahr.

Heute sind wir spät aufgestanden. Wirklich. Erst nach dem Mittagessen haben wir uns in den Regen hinausgewagt. Wir, das sind Irmela, Jonathan, gezwungenermaßen Dominic und ich, sind den größten Wasserfall in unserer Gegend anschauen gegangen und haben den anderen damit eine halbe Stunde Mittagschlaf gegönnt, die sie selbstständig auf eine ganze Stunde ausgedehnt haben. Kein Problem, Irmela ist also weitergefahren und hat mit mir nach Koalas Ausschau gehalten. Wir haben sogar etwa 10 Koalas gefunden, die nicht nur geschlafen haben (das tun sie etwa 19 Std am Tag), sondern auch geklettert sind bzw gefressen und Geräusche gemacht haben. Könnt ihr euch vorstellen, dass neugeborene Koalas 500mg wiegen und knapp 2cm groß sind? Das ist ziemlich winzig… aber was will man bei 35 Tagen Schwangerschaft schon erwarten? Jetzt sind wir endlich mal wieder auf einem richtigen Campingplatz mit sauberer Dusche und Indoor-Spielplatz für die Kids. Der Internetzugang ist hier unverschämt teuer, deshalb warten wir auf eine im wahrsten Sinne des Wortes günstigere Gelegenheit.