Montag, 28. März 2011

Mirjam

Manche Angewohnheiten bemerkt man erst, wenn jemand anders sie imitiert. So ging mir das auch mit Mirjam. Wir sitzen alle zusammen am Tisch und da ich gerade in ein Gespräch vertieft bin, unterbreche ich kurz den Essvorgang. Als ich mich nichtsahnend nach rechts zu Mirjam dreh, strahlt sich mit mit diesem triumphierenden "ich-kann-das-auch"-Blick an und dreht ihre Gabel in der Hand. Hä? Ich schau auf meine Hand. Sie dreht die Gabel.
Das kleine Strahle-Kind imitiert aber nicht nur mich, sie schaut auch Irmela genau beim Umgang mit Baby Dominic zu und übt das dann an ihren Puppen. Das sieht dann zum Beispiel so aus: Puppe nehmen, T-Shirt hoch, Puppe an den Bauch drücken. Tja, für sie sieht es so richtig aus =)
Mirjam ist jetzt fast 3 Jahre alt und hat einen Hang zum Perfektionismus. Bei ihr gibt es keine offenen Flaschen, sie hat alles unter Kontrolle. Wenn das jemand versucht zu verhindern, dann gibt es so lange Geschrei, bis man eine für sie logische Lösung gefunden hat. Aber keine Panik, solche Lösungen existieren. Ich habe nur noch nicht rausgefunden, wo die sich versteckt haben.
Wenn sie in 1,5 Jahren in die Schule kommt, wird sie darauf bestens vorbereitet sein. Sie weiß, wie es ist, sich verteidigen zu müssen, Kompromisse zu schließen etc. Als Dritte und einziges Mädchen steckt sie mit Abstand am meisten ein. Vielleicht bildet sie deshalb gerade diese zickige Ader aus, die für Frauen ebenso typisch wie wichtig ist. Sie spielt dann gerne "ich-hab-schon-gehört-was-du-von-mir-willst-aber-ich-tu-mal-so-als-hätte-ich-keine-Ahnung". Während dieses Spieles schaut sie einem minutenlang regungslos in die Augen und tut nichts, aber auch absolut gar nichts. Unter Zeitdruck ist das schon manchmal reizend.
Wenn wir ungestört sind, machen Mirjam und ich gerne Gymnastik-Übungen, die bei uns "kleiner Flieger" und "großer Flieger" heißen. Warum ich sowas nur mit ihr mache? Naja, sie ist die Leichteste und... die Lieblingswörter von Kindern bei für Erwachsene anstrengende Aktionen sind halt "nochmal" und "bitte" (mit einem Engelsblick kombiniert).

Donnerstag, 24. März 2011

... und was macht die Geige?


Diese Frage klingt doch sehr ähnlich wie "Wieso macht ihr das eigentlich mit dem Bogen?" (Magda, wer hat das nochmal gefragt??) und trotzdem lohnt es sich mal, die Dienste meiner Teuren kurz zu erwähnen.
Diese Woche hatte sie (bzw wird sie noch haben) 5 Tage Dienst. Montag und Mittwoch Probe mit Amabilis; Donnerstag (damit fällt die Louange-Probe und das Mitwirken im GD weg), Samstag und Sonntag Probe und Konzert mit Amabilis in Lausanne (Do) und Rolle (Sa, So). Das klingt nach Stress und dank meiner nicht optimalen Haltung auch nach Rückenschmerzen aber das nehme ich gern auf mich. Gestern haben wir die neuen Noten für die nächsten Konzerte (Mitte Juni) erhalten und ich spiele zum 3. Mal in Folge 1. Geige!!! Normalerweise wird nach jedem Konzert durchgewechselt, damit jeder mal 1. und mal 2. spielt. Und ich bin die Jüngste dort... naja ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich mich geehrt fühle =)
Heute Abend wird es zum ersten Mal ernst, aber aufgeregt bin ich noch nicht. Vielleicht kommt das noch, ich sollte besser jetzt schon Essen kochen und was verdrücken, bevor nachher mein Magen zu macht.

Montag, 7. März 2011

Der Alltag hat mich wieder


Und das hat auch seine Vorteile, wie zum Beispiel etwas geregeltere Pausen und Internet ab 9:32 Uhr.
In den letzten Urlaubstagen sind wir zweimal Schlitten gefahren. Beim ersten Mal sind Timon und ich 3x in einem Affenzahn die Bahn runtergefräst, dass wir danach 5 Minuten auf Irmela und Mirjam warten mussten. Beim zweiten Mal war die Bahn so weich, dass wir kaum fahren konnten. Wir sind gehüpft, von einem Huckel zum Anderen. Das konnte natürlich nicht gut gehen und wirklich, bei der schwierigsten Stelle haben wir einen laut Irmela ziemlich spektakulären Sturz hingelegt. Timon ist nichts passiert, er hatte Jonathans Ski-Helm auf und ist weich gelandet, weil er ja sozusagen von mir umgeben war. Klingt interessant, nicht? Ich habs übrigens auch überlebt, aber wir sind danach nicht noch einmal gefahren. Verständlich?
Meine sonstige Zeit habe ich größtenteils mit Dominic hüten und puzzeln gefüllt. In der Bibliothek stand ein 3D-Puzzel von Taj Mahal mit 1077 Teilen. Weil das ja noch nicht schwer genug ist, durfte ich noch mit der "Hilfe" der Kids rechnen. Am letzten Abend konnte ich das Puzzel endlich fertigstellen.

Dienstag, 1. März 2011

Tag 4 von 7

Wer aufgepasst hat, dem ist sicher aufgefallen, dass Tag 3 fehlt. Das liegt weder daran, dass ich nicht zählen kann, noch daran, dass gestern nichts passiert sei, sondern daran, dass ich in der hauseigenen Bibliothek ein interessantes Buch gefunden hab, das mich gestern den gesamten Tag beschäftigt hat. Sarah erinnert sich bestimmt noch an meine Reaktion auf „Die Apfelpflückerin“, ähnlich „ansprechbar“ war ich gestern auch. Kein Wunder also, dass ich die mehr als 500 Seiten in 24 Stunden geschafft hab zu verschlingen. Ich hatte nicht mal Lust, online zu gehen und das soll schon was heißen! Jonathan ist gestern zum ersten Mal Ski fahren, Timon und Mirjam waren den Vormittag in der Kinderbetreuung. Ich hatte mich also vormittags nur um Dominic zu kümmern. So ist es heute wieder. Der Kleine genießt es, neben mir auf meinem Bett zu liegen und meine Aufmerksamkeit nur mit PC/Buch teilen zu müssen.

Tag 2 von 7

Heute nahmen wir an einem Gottesdienst der evangelisch-methodistischen Kirche teil. Zumindest solange, wie die Lieder (begleitet von meinem Lieblingsinstrument, dem Akkordeon… *hust*) auf Hochdeutsch waren. Das Switzerdütsch hier ist kaum einfacher zu verstehen als Französisch! Soweit ich weiß, ging es um das Thema „Begegnung schenkt Berufung“. Ihr kennt doch bestimmt die Bibelstelle, wo Jesus die Fischer in seine Nachfolge ruft. Darauf war dieses Thema aufgebaut (die Bibelstellen waren auf Hochdeutsch!). Zur Zeit sind Irmela und die 3 älteren Kinder im Feriendorf-eigenen Schwimmbad. Dass danach noch etwas Aufregendes passieren wird, bezweifle ich doch mal stark. Übrigens ist die Gegend hier total niedlich mit den vielen Holzhäusern. Viele haben große Balkone und interessante Verzierungen. Andere erinnern eher an Heidi’s Hütte auf der Alm. Aber fast alle haben eines gemeinsam: sie sind definitiv fotogen!