Donnerstag, 28. November 2013

Erkenntnisse aus dem November

November sind lang und kalt. Der perfekte Moment, um neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. Ein paar weniger habe ich hier verschriftlicht:

Normalerweise kann man ja langweilige Wochenenden mit Shoppen umgehen, aber da Malcesine so gut wie keine Touristen mehr beherbergt und auch alle üblichen Einwohner (etwa 2.000), die das entsprechende Kleingeld haben, auf die Malediven flüchten, bricht der Umsatz ein und 98% der Läden sind geschlossen. Vorbei das Weihnachtsgeschenke suchen. Einzig Supermarkt und eine Apotheke haben noch geöffnet.

Letztere habe ich vergangene Woche besucht, nachdem ich aufgrund immer wiederkehrender Gesundheitsprobleme einen Arzt aufsuchen musste. Das sah aus wie folgt: 9.00 Uhr öffnet die Praxis, bereits 8.15 Uhr standen 8 Leute vor verschlossener Tür und warteten. Also ging ich erst auf 10.00 Uhr zum Arzt, um vielleicht gleich dranzukommen. Weit gefehlt, das Wartezimmer war restlos überfüllt. Offiziell schließt die Praxis 12:00 Uhr, 12:07 Uhr war ich an der Reihe. Und auch als ich mit der Ärztin sprach, war das Wartezimmer noch bis auf den letzten Platz voll.

Etwas länger dauert es inzwischen auch bei der italienischen Post. Queen Elisabeth schickte nämlich - übrigens einer der wenigen Lichtblicke im November - ihren Untertanen ein "haltet-durch-Paket" voll mit lustigen Fotos, einer knuffigen Karte und vielen Süßigkeiten aus Deutschland, das 2,5 Wochen unterwegs war. Lizzy, deine Wiederwahl ist hiermit gesichert!!

Auch meine geliebte Mama hat ein Päckchen mit den ersten 15 Säckchen des Adventskalenders geschickt! Selbst November haben ihre Vorteile.

Dienstag, 19. November 2013

Auflösung für die Zahl 1

Es gibt ja solche und solche Wochenenden. Solche, die nicht enden wollen und an denen man sich nur mit immenser Mühe irgendwann nachmittags aus seinem Pyjama rausquält, um ihn wenige Stunden später wieder anzuziehen. Und solche, die innerhalb kürzester Zeit verflogen sind, ehe man sich daran gewöhnt hat, dass gerade Wochenende ist. Oder war.

Wie auch immer, Maria und ich haben letzte Woche ein Wochenende der zweiten Art erlebt - was für eine schöne Abwechslung! Freitag, direkt nach der Arbeit ging es mit dem Bus nach Trento, einer etwa 2 Stunden entfernten Stadt. Dort wartete Roberto schon sehnsüchtig auf seine 2 hübschen Gäste, die es auf italienische Art zu bewirten galt. Erstmals seit unzählbaren Nächten hatten Maria und ich jeder ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer! Ganz ehrlich? Das war seltsam.

Samstag, nach einem reichen, typisch italienischen Frühstück, besichtigten wir die Burg - Castello del Buonconsiglio - von Trento, die sich durch ihre bunten Deckenmalereien auszeichnet. Sehr beeindruckend war vor allem die Anzahl der Gemächte, die zweifelsohne den bisherigen Rekord einzustellen vermochte. Warum wir nicht stattdessen die italienische Sonne genossen? Die Antwort versteckt sich in Bild 1, einem Blick von Robertos Balkon im 13. Stock.

Nachmittags erkundeten wir trotz allem die schöne Altstadt Trentos (siehe Bild 2). Am Abend widmeten wir uns ganz der italienischen Küche (siehe Bild 3). Die Aufteilung sah dabei aus wie folgt: Maria und ich saßen drin und Roberto hat gekocht. Jede unserer Bewegungen in Richtung "Ich helfe dir mal... ich decke schon mal den Tisch... ich kann ja die Tomaten schneiden..." etc. verfolgte er mit Adlersaugen und erstickte sie mit den Worten "Sitzen bleiben, ihr seid meine Gäste!" sofort im Keim. Gewöhnungsbedürftig, aber entspannend, sobald man sich daran gewöhnt hat.

Am Sonntag ging es erst zum Gottesdienst und nach einem letzten original italienischen Mittagessen wieder zurück nach Malcesine. Unsere Einschätzung: immer wieder gerne!

Und die 1 bedeutete "noch eine Nacht bis Trento" :-)

Donnerstag, 7. November 2013

Diese vier Zettelchen hängen an unserer Wohnungstür. Rechts daneben steht die Beschreibung, was die jeweilige Zahl bedeutet, auf grünen Zettelchen.

Meine Frage an euch: Was steht auf den grünen Zettelchen?

Meine Auflösung erfolgt vorerst per persönlicher Nachricht, damit alle anderen weiter raten können.

TIPP: Die meisten Zahlen verändern sich täglich.

Freu mich auf kreative Vorschläge! :-)

Sonntag, 3. November 2013

die letzten Sonnenstrahlen vor dem Winter

Ende Oktober und die Sonne schien. Da lohnte es sich noch einmal, Fotos zu schießen und Malcesine und seine Aussichten hier in vollem Glanz zu präsentieren.

Bild 1 zeigt einen Durchblick durch den Palazzo dei Capitani, eines der bekanntesten Gebäude in Malcesine.

Bild 2 wurde unterhalb der Burg von Malcesine aufgenommen, an einem Strand, der nur schwer erreichbar und deshalb praktisch verwaist ist. Der perfekte Ort für etwas Privatsphäre.

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Was eine Fernbeziehung mit sich bringt

Wir schreiben den 18.10.2013, 11:47 Uhr, Malcesine, Lago di Garda, Italia.
Ich bin auf dem Weg zur Bushaltestelle, über der rechten Schulter meine Handtasche mit allen überlebenswichtigen Untensilien, über der linken ein großer Beutel voll mit Gastgeschenken, Proviant und einem Bruchteil meiner Garderobe.
Die Anzeige an der Bank misst 34°C, gefühlt sind es aber nur knapp 20°C.
Etwas weiter rechts strahlt mich ein hellblauer Himmel über schneebedeckten Bergspitzen an. Der scheint zu wissen, was heute für ein Tag ist. Nur meine Gefühlswelt scheint das noch nicht mitbekommen zu haben. Liegt es an der langen Fahrt, die noch vor mir liegt? Oder an den vielen Umstiegen, die gerade in Italien immer mit Risiken verbunden sind?
Wochenlang, monatelang habe ich auf diesen Tag zugefiebert, habe jeden Tag gezählt und Maria mit meinem Countdown genervt.
Jetzt ist der Tag da, der Countdown ist auf 0. Aber wo bleibt das Feuerwerk? Sollte ich nicht explodieren vor Vorfreude und lachend zum Bus hüpfen? Warum ist der Himmel blau und nicht rosa?

13:39 Uhr, Rovereto, Italia.
Die Busse liegen hinter mir. Vor mir liegen - wenn alles glatt läuft - gut 2 Stunden Aufenthalt in Rovereto und 2 Züge, die mich in Gemeinschaftsarbeit nach Traunstein bringen.
Und dann? Dann sehe ich nach 12 nicht enden wollenden Wochen endlich meinen Freund wieder. Der Augenblick rückt näher, es fehlen nur noch 7 Stunden. Und immer noch dieses Gefühl von Unwirklichkeit. Wann verwandelt es sich endlich in Vorfreude?
Die Temperaturanzeige hier steht auf 16°C, aber die Sonne scheint mir angenehm warm auf den Rücken und lässt mich daran zweifeln, ob ich wirklich Pullover und Jacken in Deutschland brauchen werde.
Gerade kamen 6 Durchsagen unmittelbar hintereinander, um über verspätete Züge zu informieren. Wer sich also über die Deutsche Bahn beschweren möchte, sollte vorher eine Weile in Italien gelebt haben.

17:38 Uhr, irgendwo in Südtirol, 2 km vor Österreich, Italia.
Noch gut 3 Stunden, dann ist die planmäßige Ankunft in Traunstein. Zugegeben, meine übersprudelnde Vorfreude hält sich noch immer in Grenzen, aber es hat sich tiefe Zufriedenheit breitgemacht. Das hat scheinbar auch mein Sitznachbar mitbekommen, der mir spontan Kaffee und Telefonnummer anbot, was ich selbstverständlich beides dankend ablehnte.
Draußen rauschen Berge vorbei, teils bewaldet, teils schneebedeckt. Sobald ich diese hinter mir gelassen habe, bin ich angekommen!

18:44 Uhr, Innsbruck, Österreich.
Noch genau 2 Stunden und bei jedem Blick auf die Uhr zieht sich mein Magen vor Aufregung zusammen.
Draußen ist es schon erstaunlich dunkel, es sind nur noch Umrisse und die Lichter der Häuser auszumachen. Es ist fast Vollmond, er ist hinter einer dünnen Wolkenschicht zu erkennen. Meine Reiselust und mein Sitzfleisch haben sich soeben in ihren wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Mal schauen, wie ich ohne die beiden auskomme…

20:34 Uhr, 10 min vor Traunstein
Bin zu aufgeregt zum Schreiben!

Kurzfassung
An diesem Wochenende haben es Rike und Maxi möglich gemacht, dass ich Mock in Traunstein bei München treffen konnte. Es war wunderschön und unvergesslich. Vielen Dank dafür!

Mittwoch, 11. September 2013

Eigentlich...

... sollte und wollte ich schon längst über meinen wundervollen Geburtstag und die vielen tollen Überraschungen schreiben, aber die dazu nötige Stimmung will sich einfach nicht einstellen.

Stattdessen frage ich mich immer öfter, wie ich meine Instrumente in Deutschland lassen konnte, ohne auch nur daran zu denken, wie hilflos ich ohne sie sein würde, wenn ich mit Wut und Frust zu kämpfen habe. Was soll ich zersägen, wo im wahrsten Sinne des Wortes Luft ablassen?

Ihr Musiker da draußen: Selbst wenn ihr nicht mehr für Konzerte übt oder für Wettbewerbe probt und es euch schon fast peinlich ist, wie oft euer Instrument in der Ecke rumsteht, kommt ja nie auf den Gedanken, ihr wärt unabhängig! Das wird euch wahrscheinlich aber erst klar werden, wenn ihr euch auf längere Zeit von eurem Instrument trennt. Versucht es lieber erst gar nicht, es geht nicht gut!

Samstag, 24. August 2013

Was bisher geschah

Aufgrund anhaltender kreativer Schwächephasen lasse ich heute ein paar wenige und doch aussagekräftige Bilder der letzten Tage sprechen.

Dank der großzügigen Einladung von Rike und Maxi durften wir einen wunderschönen Tag im Gardaland verbringen, todesmutig fast jede Achterbahn fahren und aus Wildwasserbahnen total durchnässt wieder aussteigen.



Durch einen PDL-Kurs haben wir Valentin, einen katholischen Südtiroler kennen gelernt, mit dem wir viel unternehmen konnten. Hier sind wir beim Tretbootfahren auf dem See von Riva del Garda (Nordspitze des Gardasees) aus.



Gemeinsam mit ihm und Maria’s Bruder und ihrer Großcousine, die diese Woche zu Besuch waren, sind wir mit der Seilbahn auf den Monte Baldo gefahren, um uns von oben einen Überblick über den See und Malcesine zu verschaffen.





Vergangenen Mittwoch hatten wir einen freien Tag und haben diesen genutzt, um mit dem Auto nach Venedig zu fahren. Beeindruckend war es allemal, vor allem was die Touristenmassen und die überhöhten Preise angeht. Wer von euch hat schon einmal ein Glas Cola für 5,50€ getrunken? Übrigens habe ich die Rückfahrt übernommen. Trotzdem sind alle wieder heil und geschafft zu Hause angekommen.





Soweit zu unseren Ausflügen in letzter Zeit. Alles weitere werde ich erzählen, wenn die Zeit reif ist ;-)

Freitag, 2. August 2013

Mister da Gigi

Gestern versüßte uns ein Erlebnis der ganz besonders überraschenden Art unseren überaus erfüllenden Arbeitstag. Maria und ich hatten gerade erleichtert den Heimweg angetreten, wie üblich unser “Ciao!!” ins Ristorante da Gigi reingerufen und waren weiter Richtung Wohnung gelaufen, als Mister da Gigi (so nenne ich ihn, weil ich seinen Namen nicht kenne und er das Restaurant zu leiten scheint) uns ein “Volete un caffè?!“ (Wollt ihr einen Kaffee?!) hinterher rief. Entschuldigend drehten wir uns um und ich rief mit meinem typischen Spanisch-Italienisch-Mix zurück, dass wir leider beide keinen Kaffee tränken. Prompt kam zurück “Cappuccino?!”, woraufhin wir uns per Blickkontakt einigten, dass dagegen nichts einzuwenden war. Also drehten wir um und suchten uns den mit Abstand hübschesten Tisch mit einer Wahnsinns-Aussicht auf den See aus. Jedes Mal, wenn Mister da Gigi an uns Cappuccino schlürfenden Mädels vorbeikam, ernteten wir sein strahlendes Lächeln und bestätigten, dass wirklich alles in Ordnung ist und wir restlos zufrieden sind. Und das war in dem Moment noch nicht einmal übertrieben!
Lange später wollten wir uns doch auf den Weg machen und unsere Rechnung bezahlen. Als die Bedienung allerdings zurückkam, eröffnete sie uns, dass Mister da Gigi uns eingeladen hatte und wir nichts bezahlen müssten. Da man in Italien kein Trinkgeld gibt, sondern dieses wenn überhaupt auf dem Tisch hinterlässt, sammelten wir hocherfreut unser Kleingeld zusammen und kreierten ein echt niedliches Herz daraus. Echt bedauerlich, dass wir sein Gesicht nicht beobachten konnten, als er das (hoffentlich) gefunden hat!
Wir haben uns vorgenommen, dass wir - sobald unsere finanzielle Unterstützung eingetroffen ist - im Ristorante da Gigi unseren neu gewonnenen “Reichtum” mit einer Pizza feiern werden. Freundlichkeit ist also doch noch die beste Marketingstrategie!

Mittwoch, 31. Juli 2013

Theorie und Praxis - ein Gegensatz?

Ein kleiner Auszug des Praktikumsvertrag zwischen mir und der Sprachschule, wo Maria und ich derzeit arbeiten:
“2. This placement is the practical part of the vocational training. It is intended for the trainee to:

  • encounter  the social and economical environment of the workforce
  • use his/her knowledge and skills under realistic conditions
  • acquire job-related skills
  • gain job related experiences by being involved in specific work and business processes
  • develop teamwork and communication skills as well as social competences
  • develop abilities to schedule and perform work assignments in adequate time and to control, record and present his/her results
  • encourage self-perception by experiencing his/her own potential and capacity”
...

“11. Scheduled activities:

  • Translation from German to English / Italian
  • Course preparation and follow up
  • Draft of letters, tables etc.
  • Internet enquiries
  • Customer service
  • School related activities etc.”

Die Übersetzung kann bei Bedarf bei google.translator nachgelesen werden.

Nun zum Vergleich ein Einblick in unser bisheriges breit gefächertes Tätigkeitsfeld, auf das wir zwei harte Jahre lang vorbereitet wurden:

  1. Instandhaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas
  2. Sicherstellung der Funktionalität und der betrieblichen Abläufe
  3. Kreative Schöpfungen im Sinne der Gemeinschaft
  4. Erhaltung des Lagerbestandes gemäß des Bestellpunktverfahrens
  5. Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
  6. Befreiung Technischer Anlagen und Maschinen von überflüssigen Vermögensgegenständen
  7. Rural angehauchte Übersetzungstätigkeiten
  8. Tieferer Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
  9. Digitalisierung handgeschriebener Dokumente zur Unterstützung der Lehrkräfte
  10. Leitung und Durchführung strategisch wichtiger Marketingprozesse

Die entsprechende Übersetzung findet sich hier:

  1. Fegen der Außenanlage
  2. Geschirr spülen
  3. Für die Mitarbeiter Mittagessen kochen
  4. Einkaufen gehen
  5. Rathaus zu Fuß mit Kopierpapier beliefern
  6. Alte Druckerpatronen entsorgen
  7. Handschriftliche Übersetzung von Fachtexten aus dem Deutschen ins Englische mit zwei Wörterbüchern (Deutsch-Italienisch, Englisch-Italienisch)
  8. Müll zum Container bringen
  9. Unterrichtsinhalte abtippen
  10. Bürotätigkeiten, die auch ein 5jähriger problemlos erledigen könnte

Wie ihr seht, wird von uns all unsere Fachkompetenz abverlangt. Zugegeben, wir wissen gar nicht so recht mit dieser riesigen Verantwortung umzugehen. Gibt es unter euch oder in eurem sozialen Umfeld eine Führungspersönlichkeit, die uns dahingehend kostengünstig beraten könnte? Wir sind für jegliche Unterstützung überaus dankbar.

Sonntag, 28. Juli 2013

Benvenuti in Italia - Teil 2

Malcesine - einer der schönsten Flecken der Erde. "Naja, man kann's auch übertreiben", dachte ich mir, bevor wir hier ankamen und alles mit eigenen Augen sehen konnten. Der See ist unheimlich klar und kühl und eignet sich besser als jede kalte Dusche als Abkühlung bei dieser Hitze. Im Hintergrund die Berge, die fast immer in einen leichten Nebelschleier gehüllt sind und dadurch ein bisschen mysteriös wirken. An der Promenade Villen, Restaurants, Bars, Hotels und Pizzerien in Hülle und Fülle - alle mit Blick auf den See.





Von unserem Haus (siehe Bild 2) aus führt eine kleine Gasse direkt auf den 250m entfernten See zu (siehe Bild 3). Schon am Abend der Ankunft haben wir diese Einladung wahrgenommen und sind fröhlichen Herzens baden gegangen. Bei der Gelegenheit haben wir ein Schild gesehen, das uns mitteilte, es sei der Santa Anna-Tag, der mit einem riesigen Feuerwerk gefeiert würde. Also nach dem Abendessen schnell wieder runter an den See und bis halb 11 gewartet. Die Spannung stieg. Punkt halb zischte eine Rakete in die Luft, leuchtete kurz auf und verursachte einen unheimlich lauten Knall, der von allen Seiten widerhallte und wahnsinnig dröhnte. Die Zuschauer hielten den Atem an und warteten auf das, was kommen sollte. Aber es folgte Stille. Zwei Minuten lang war alles ruhig. Dann, wieder eine Rakete, dasselbe Schauspiel. Und wieder Stille. Gespannt warteten alle, wie es weitergehen würde. Erst weitere zwei Minuten später begann das eigentliche Feuerwerk: ganze Raketenformationen wurden abgefeuert und verwandelten den Himmel in ein Meer aus bunten Sternen. Einzelne Knaller bedeckten den gesamten Himmel und ließen unsere Münder einfach nur offen stehen. Und die ganze Zeit im Hintergrund der Widerhall von den Bergen, der diesem Schauspiel eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Vollkommen beeindruckt von diesem Erlebnis kehrten wir in unsere Wohnung zurück und verbrachten die erste Nacht in unserem gemeinsamen Zimmer. Dieses Zimmer konnte ich leider nicht fotografieren, da der Zoom meiner Kamera nicht ausreicht, um es für euch erkennbar zu machen. Ja, es ist winzig. Deshalb verbringen wir auch ausschließlich die Nächte drin und bleiben tagsüber soweit es geht draußen. Im Moment ist das kein Problem, da das Wetter es ja so anbietet. Die Küche dürfen wir mit nutzen, was uns vor ein paar kleine Herausforderungen stellt. Mama, wie funktioniert das mit dem Gasofen?? (Keine Sorge, ich hab das herausgefunden, bevor die ganze Küche vergast war :-) )
Samstag morgen verließen uns Maria's Vater und Bruder nach dem Frühstück, um sich auf den langen Rückweg zu machen. Wir gingen selbstverständlich gleich noch einmal baden und genossen später den Schatten auf der Hollywood-Schaukel im Garten unter den Kiwi-Sträuchern (wo es Wifi gibt!). So fühlt sich Urlaub an! Noch vor dem Mittagessen sind wir die Hauptstraße entlanggelaufen, um einen Blick auf unsere zukünftige Arbeitsstelle zu werfen. Leider ist sie momentan in ein Gerüst gehüllt und kaum sichtbar. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Supermarkt vorbei und kauften die wichtigsten Dinge (Nudeln, Tomaten, Pizza) für die nächsten Mahlzeiten ein. Am Nachmittag gingen wir zum dritten Mal im See schwimmen. So in etwa endete auch dieser Tag sehr ruhig und angenehm.
Heute habe ich einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und habe dabei auch in die katholische Kirche hineingeschaut. Judith, ich habe übrigens auch den Laden gefunden, wo du die grüne Maske mit den Federn für mich gekauft hast!! Jetzt habe ich seit langen einmal wieder phase6 gestartet und trainiere fleißig Italienisch-Vokabeln, die ich im Moment noch nicht brauche, da hier fast jeder Deutsch spricht. Aber ab morgen geht es ja auch Arbeit und dann wäre die Sprache doch schon von Nutzen. 
So, jetzt seid ihr dran! Schreibt mir, wie es euch in Deutschland - oder wo immer ihr gerade seid - geht! Ich freue mich auf Infos von euch :-)

Samstag, 27. Juli 2013

Benvenuti in Italia

Gut Ding will Weile haben. Deshalb mussten wir auch eine Fahrt von etwa 10 Stunden auf uns nehmen, um in diese paradiesähnliche Gegend zu gelangen.
Das halbvoll bepackte Auto, das uns nach Italien rollen sollte, verließ gegen 7:10 Uhr Meißen und erreichte den Großenhainer Platz gegen 7:50 Uhr, wo es randvoll bepackt gegen 8:00 Uhr wieder abfuhr und den längsten Teil der Reise in Angriff nahm. Durch ein paar kurze Zwischenstopps, einen kurzen Stau und einen Motorradunfall vor uns auf der Strecke wurde die Ankunft auf 18:30 Uhr hinausgezögert. Aber schon vor der Ankunft genossen wir (exklusive Fahrer alias Marias Vater) die Aussicht aus den getönten Scheiben des angenehm klimatisierten Autos.
In Deutschland bot sich uns der gewohnte Anblick hübscher Städtchen und Dörfer im deutschen Stil. Österreich - oder der Teil, den wir davon passierten - bestand praktisch nur aus Alpen, deren Berge sich zu beiden Seiten der Autobahn in ungeahnte Höhen zogen. Das italienische Flair dagegen ist ganz anders: südlich, filigran, voller Blumen. Einiges davon erinnerte mich stark an Lausanne und Drôme!
Aus Mitgefühl zu meinem leidenden Akku werde ich später den weiteren Verlauf beschreiben und Bilder hochladen.
Per il mio orsetto cioccolatoso: ti amo e mi manchi!

Donnerstag, 4. Juli 2013

ereignisreiche Wochenenden

Nach mehrmaligem Lesen meines gerade veröffentlichten Posts bin ich der Überzeugung, dass ich diesem emotionalen und melancholischen Schriebs ein paar handfeste Ereignisse hinzufügen sollte, die vor allem an den vergangenen Wochenenden geschehen sind beziehungsweise noch geplant sind.
01.06.-02.06.2013: Besuch in Berlin bei Mel und Tochter Leonie, gemeinsamer Besuch des Gottesdienstes der SELK in Berlin Steglitz, Folge davon: siehe 14.07.2013
15.06.2013: Hochzeit meiner Schwester Elisabeth mit Frank Hensgen, ein traumhafter Tag mit tollen Erinnerungen
21.06.-23.06.2013: Besuch mit Isabelle bei unserer Au Pair-Familie in Lausanne, ein wunderschönes Wochenende mit bleibenden Eindrücken
29.06.2013: Besuch des Leipziger Zoos mit Mock, meine Füße schreien immer noch angesichts der zurückgelegten Strecke. Trotzdem ein tolles Erlebnis anlässliches unseres einjährigen Jubiläums, das schon 2,5 Monate zurückliegt.
06.07.2013: Besuch des Gottesdienstes in Gera und zeitgleich auch meines Patenkindes Pia =)
14.07.2013: Taufe meiner besten Freundin Mel in Berlin Steglitz
20.07.-21.07.2013: möglicherweise letzter Aufenthalt in Plauen (vor Italien) anlässliches des Geburtstags von Theresa
26.07.2013: Abfahrt nach Malcesine, Italien

Erinnerungen und Fragen - Vergangenheit und Zukunft

Noch 22 Tage, dann steht die nächste Verabschiedung von Deutschland an. Diesmal geht es für 5 Monate zum Praktikum nach Malcesine, Italien. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Soll ich mich freuen oder schon anfangen, euch zu vermissen?
Im Moment verpacke ich 2 Jahre Erinnerungen in Bananenkartons und staune, wie viel sich in dieser kurzen Zeit doch getan hat. Bürokratiekram, Kosmetikdöschen, CDs, Schuhe und Kleider erzählen schon fast vergessene Geschichten, die sich in meinen Dresdner Zeiten ereignet haben. Manche möchte ich festhalten und in ein Fotoalbum kleben, andere versenke ich gerne im großen schwarzen Müllsack. Sowohl auf schulischer als auch auf persönlicher Ebene sind so viele Dinge passiert, die mich haben reifen lassen, dass ich das Ausmaß der Veränderungen kaum erkennen kann.
Was wird sich wohl in Italien ereignen?
Werde ich mich da auch verändern?
Mit wem bleibt Kontakt bestehen?
Wer nutzt die Gelegenheit, um nach Italien zu kommen und ein paar Nächte kostenlos in meiner Wohnung zu übernachten?
Wo geht es nach Italien hin?
Dieser Fragenkatalog könnte endlos fortgesetzt werden. Aber was bringt das?
"Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn." (Ps 40,5)
"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen." (Mt 6,33-34)