Mittwoch, 31. Juli 2013

Theorie und Praxis - ein Gegensatz?

Ein kleiner Auszug des Praktikumsvertrag zwischen mir und der Sprachschule, wo Maria und ich derzeit arbeiten:
“2. This placement is the practical part of the vocational training. It is intended for the trainee to:

  • encounter  the social and economical environment of the workforce
  • use his/her knowledge and skills under realistic conditions
  • acquire job-related skills
  • gain job related experiences by being involved in specific work and business processes
  • develop teamwork and communication skills as well as social competences
  • develop abilities to schedule and perform work assignments in adequate time and to control, record and present his/her results
  • encourage self-perception by experiencing his/her own potential and capacity”
...

“11. Scheduled activities:

  • Translation from German to English / Italian
  • Course preparation and follow up
  • Draft of letters, tables etc.
  • Internet enquiries
  • Customer service
  • School related activities etc.”

Die Übersetzung kann bei Bedarf bei google.translator nachgelesen werden.

Nun zum Vergleich ein Einblick in unser bisheriges breit gefächertes Tätigkeitsfeld, auf das wir zwei harte Jahre lang vorbereitet wurden:

  1. Instandhaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas
  2. Sicherstellung der Funktionalität und der betrieblichen Abläufe
  3. Kreative Schöpfungen im Sinne der Gemeinschaft
  4. Erhaltung des Lagerbestandes gemäß des Bestellpunktverfahrens
  5. Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
  6. Befreiung Technischer Anlagen und Maschinen von überflüssigen Vermögensgegenständen
  7. Rural angehauchte Übersetzungstätigkeiten
  8. Tieferer Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
  9. Digitalisierung handgeschriebener Dokumente zur Unterstützung der Lehrkräfte
  10. Leitung und Durchführung strategisch wichtiger Marketingprozesse

Die entsprechende Übersetzung findet sich hier:

  1. Fegen der Außenanlage
  2. Geschirr spülen
  3. Für die Mitarbeiter Mittagessen kochen
  4. Einkaufen gehen
  5. Rathaus zu Fuß mit Kopierpapier beliefern
  6. Alte Druckerpatronen entsorgen
  7. Handschriftliche Übersetzung von Fachtexten aus dem Deutschen ins Englische mit zwei Wörterbüchern (Deutsch-Italienisch, Englisch-Italienisch)
  8. Müll zum Container bringen
  9. Unterrichtsinhalte abtippen
  10. Bürotätigkeiten, die auch ein 5jähriger problemlos erledigen könnte

Wie ihr seht, wird von uns all unsere Fachkompetenz abverlangt. Zugegeben, wir wissen gar nicht so recht mit dieser riesigen Verantwortung umzugehen. Gibt es unter euch oder in eurem sozialen Umfeld eine Führungspersönlichkeit, die uns dahingehend kostengünstig beraten könnte? Wir sind für jegliche Unterstützung überaus dankbar.

Sonntag, 28. Juli 2013

Benvenuti in Italia - Teil 2

Malcesine - einer der schönsten Flecken der Erde. "Naja, man kann's auch übertreiben", dachte ich mir, bevor wir hier ankamen und alles mit eigenen Augen sehen konnten. Der See ist unheimlich klar und kühl und eignet sich besser als jede kalte Dusche als Abkühlung bei dieser Hitze. Im Hintergrund die Berge, die fast immer in einen leichten Nebelschleier gehüllt sind und dadurch ein bisschen mysteriös wirken. An der Promenade Villen, Restaurants, Bars, Hotels und Pizzerien in Hülle und Fülle - alle mit Blick auf den See.





Von unserem Haus (siehe Bild 2) aus führt eine kleine Gasse direkt auf den 250m entfernten See zu (siehe Bild 3). Schon am Abend der Ankunft haben wir diese Einladung wahrgenommen und sind fröhlichen Herzens baden gegangen. Bei der Gelegenheit haben wir ein Schild gesehen, das uns mitteilte, es sei der Santa Anna-Tag, der mit einem riesigen Feuerwerk gefeiert würde. Also nach dem Abendessen schnell wieder runter an den See und bis halb 11 gewartet. Die Spannung stieg. Punkt halb zischte eine Rakete in die Luft, leuchtete kurz auf und verursachte einen unheimlich lauten Knall, der von allen Seiten widerhallte und wahnsinnig dröhnte. Die Zuschauer hielten den Atem an und warteten auf das, was kommen sollte. Aber es folgte Stille. Zwei Minuten lang war alles ruhig. Dann, wieder eine Rakete, dasselbe Schauspiel. Und wieder Stille. Gespannt warteten alle, wie es weitergehen würde. Erst weitere zwei Minuten später begann das eigentliche Feuerwerk: ganze Raketenformationen wurden abgefeuert und verwandelten den Himmel in ein Meer aus bunten Sternen. Einzelne Knaller bedeckten den gesamten Himmel und ließen unsere Münder einfach nur offen stehen. Und die ganze Zeit im Hintergrund der Widerhall von den Bergen, der diesem Schauspiel eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Vollkommen beeindruckt von diesem Erlebnis kehrten wir in unsere Wohnung zurück und verbrachten die erste Nacht in unserem gemeinsamen Zimmer. Dieses Zimmer konnte ich leider nicht fotografieren, da der Zoom meiner Kamera nicht ausreicht, um es für euch erkennbar zu machen. Ja, es ist winzig. Deshalb verbringen wir auch ausschließlich die Nächte drin und bleiben tagsüber soweit es geht draußen. Im Moment ist das kein Problem, da das Wetter es ja so anbietet. Die Küche dürfen wir mit nutzen, was uns vor ein paar kleine Herausforderungen stellt. Mama, wie funktioniert das mit dem Gasofen?? (Keine Sorge, ich hab das herausgefunden, bevor die ganze Küche vergast war :-) )
Samstag morgen verließen uns Maria's Vater und Bruder nach dem Frühstück, um sich auf den langen Rückweg zu machen. Wir gingen selbstverständlich gleich noch einmal baden und genossen später den Schatten auf der Hollywood-Schaukel im Garten unter den Kiwi-Sträuchern (wo es Wifi gibt!). So fühlt sich Urlaub an! Noch vor dem Mittagessen sind wir die Hauptstraße entlanggelaufen, um einen Blick auf unsere zukünftige Arbeitsstelle zu werfen. Leider ist sie momentan in ein Gerüst gehüllt und kaum sichtbar. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Supermarkt vorbei und kauften die wichtigsten Dinge (Nudeln, Tomaten, Pizza) für die nächsten Mahlzeiten ein. Am Nachmittag gingen wir zum dritten Mal im See schwimmen. So in etwa endete auch dieser Tag sehr ruhig und angenehm.
Heute habe ich einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und habe dabei auch in die katholische Kirche hineingeschaut. Judith, ich habe übrigens auch den Laden gefunden, wo du die grüne Maske mit den Federn für mich gekauft hast!! Jetzt habe ich seit langen einmal wieder phase6 gestartet und trainiere fleißig Italienisch-Vokabeln, die ich im Moment noch nicht brauche, da hier fast jeder Deutsch spricht. Aber ab morgen geht es ja auch Arbeit und dann wäre die Sprache doch schon von Nutzen. 
So, jetzt seid ihr dran! Schreibt mir, wie es euch in Deutschland - oder wo immer ihr gerade seid - geht! Ich freue mich auf Infos von euch :-)

Samstag, 27. Juli 2013

Benvenuti in Italia

Gut Ding will Weile haben. Deshalb mussten wir auch eine Fahrt von etwa 10 Stunden auf uns nehmen, um in diese paradiesähnliche Gegend zu gelangen.
Das halbvoll bepackte Auto, das uns nach Italien rollen sollte, verließ gegen 7:10 Uhr Meißen und erreichte den Großenhainer Platz gegen 7:50 Uhr, wo es randvoll bepackt gegen 8:00 Uhr wieder abfuhr und den längsten Teil der Reise in Angriff nahm. Durch ein paar kurze Zwischenstopps, einen kurzen Stau und einen Motorradunfall vor uns auf der Strecke wurde die Ankunft auf 18:30 Uhr hinausgezögert. Aber schon vor der Ankunft genossen wir (exklusive Fahrer alias Marias Vater) die Aussicht aus den getönten Scheiben des angenehm klimatisierten Autos.
In Deutschland bot sich uns der gewohnte Anblick hübscher Städtchen und Dörfer im deutschen Stil. Österreich - oder der Teil, den wir davon passierten - bestand praktisch nur aus Alpen, deren Berge sich zu beiden Seiten der Autobahn in ungeahnte Höhen zogen. Das italienische Flair dagegen ist ganz anders: südlich, filigran, voller Blumen. Einiges davon erinnerte mich stark an Lausanne und Drôme!
Aus Mitgefühl zu meinem leidenden Akku werde ich später den weiteren Verlauf beschreiben und Bilder hochladen.
Per il mio orsetto cioccolatoso: ti amo e mi manchi!

Donnerstag, 4. Juli 2013

ereignisreiche Wochenenden

Nach mehrmaligem Lesen meines gerade veröffentlichten Posts bin ich der Überzeugung, dass ich diesem emotionalen und melancholischen Schriebs ein paar handfeste Ereignisse hinzufügen sollte, die vor allem an den vergangenen Wochenenden geschehen sind beziehungsweise noch geplant sind.
01.06.-02.06.2013: Besuch in Berlin bei Mel und Tochter Leonie, gemeinsamer Besuch des Gottesdienstes der SELK in Berlin Steglitz, Folge davon: siehe 14.07.2013
15.06.2013: Hochzeit meiner Schwester Elisabeth mit Frank Hensgen, ein traumhafter Tag mit tollen Erinnerungen
21.06.-23.06.2013: Besuch mit Isabelle bei unserer Au Pair-Familie in Lausanne, ein wunderschönes Wochenende mit bleibenden Eindrücken
29.06.2013: Besuch des Leipziger Zoos mit Mock, meine Füße schreien immer noch angesichts der zurückgelegten Strecke. Trotzdem ein tolles Erlebnis anlässliches unseres einjährigen Jubiläums, das schon 2,5 Monate zurückliegt.
06.07.2013: Besuch des Gottesdienstes in Gera und zeitgleich auch meines Patenkindes Pia =)
14.07.2013: Taufe meiner besten Freundin Mel in Berlin Steglitz
20.07.-21.07.2013: möglicherweise letzter Aufenthalt in Plauen (vor Italien) anlässliches des Geburtstags von Theresa
26.07.2013: Abfahrt nach Malcesine, Italien

Erinnerungen und Fragen - Vergangenheit und Zukunft

Noch 22 Tage, dann steht die nächste Verabschiedung von Deutschland an. Diesmal geht es für 5 Monate zum Praktikum nach Malcesine, Italien. Ich kann es noch gar nicht richtig fassen. Soll ich mich freuen oder schon anfangen, euch zu vermissen?
Im Moment verpacke ich 2 Jahre Erinnerungen in Bananenkartons und staune, wie viel sich in dieser kurzen Zeit doch getan hat. Bürokratiekram, Kosmetikdöschen, CDs, Schuhe und Kleider erzählen schon fast vergessene Geschichten, die sich in meinen Dresdner Zeiten ereignet haben. Manche möchte ich festhalten und in ein Fotoalbum kleben, andere versenke ich gerne im großen schwarzen Müllsack. Sowohl auf schulischer als auch auf persönlicher Ebene sind so viele Dinge passiert, die mich haben reifen lassen, dass ich das Ausmaß der Veränderungen kaum erkennen kann.
Was wird sich wohl in Italien ereignen?
Werde ich mich da auch verändern?
Mit wem bleibt Kontakt bestehen?
Wer nutzt die Gelegenheit, um nach Italien zu kommen und ein paar Nächte kostenlos in meiner Wohnung zu übernachten?
Wo geht es nach Italien hin?
Dieser Fragenkatalog könnte endlos fortgesetzt werden. Aber was bringt das?
"Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn." (Ps 40,5)
"Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen." (Mt 6,33-34)