Ok, 4 Tage kurz zusammenfassen wird keine leichte Aufgabe. Am 16. und 17.12. haben wir ganz einfach die Great Ocean Road genossen. Wir sind an fast jedem Parkplatz angehalten, im tiefen Sand zu einem Lookout (unter anderem zu dem bei den 12 Aposteln, die übrigens nicht mehr ganz 12 sind…) gewandert und haben Fotos geschossen, die alle gleich und doch irgendwie unterschiedlich aussahen. Wenn möglich sind wir auch runter zum Strand gelaufen, um dort im noch tieferen Sand zu versinken und Wind und Wellen zu genießen. Naja, für „genießen“ war es etwas zu kalt, aber wir haben uns nichts anmerken lassen. Das ganze hin und her war ziemlich anstrengend und wir waren an den Abenden echt fertig. Deshalb hatte ich auch keine Lust mehr zu schreiben. Nachts hat es durch unsere Lüftung reingeregnet und es hat einige Zeit und Nerven gebraucht, das im Halbschlaf um 4 Uhr morgens zu flicken. Gestern hatten wir erstmal genug von Küste angucken und haben etwas ganz anderes gesucht. Regenwald. Passend zum Wetter… Am meisten beeindruckt haben mich dort die Farne. Richtige Farne, nicht so kleine Pflänzchen wie in Europa. Die Farne hier haben mit ihren mega Blättern Dächer über den Weg gebaut und hatten Stämme, die erstaunlich genau aussahen wie Mammutbeine. Von einer der vielen Brücken hat Jonathan seinen Teddy runterfallen lassen. Ich hatte den schon aufgegeben, aber Irmela hat sich todesmutig in die Schlucht gestürzt und dem verletzten Bären das Leben gerettet. Leider hat sich bei dieser Rettungsaktion der Akku meiner Cam verabschiedet. Nachmittags sind wir auf einen Tree Top Walk 48m hoch in die Bäume gekrackselt. Zu dieser Aktion hatte ich Dominic einige Stunden im Tragetuch und ich kann euch sagen: ich spüre es heute noch. Danach waren wir in Johanna. Das solltet ihr euch jetzt so lange nicht bildlich vorstellen, bis ihr wisst, dass „Johanna“ der Name eines kleinen Ortes im südlichen Zipfel Australiens ist. Hier wurde sogar ein wunderschöner Strand nach mir benannt! Müde und geschafft von Treppen, Sand, Dominic, Nachtaktionen usw wollten wir schon früh schlafen gehen, aber Urs war noch nicht müde genug. Seine verrückte Ader war noch wach. Also sind wir im Dunkeln wieder zurück zum Regenwald gefahren, um dort im frierend im strömenden Regen Glühwürmchen anzugucken. Jonathan’s Kommentar im Regenwald dazu: „Schau mal, so sieht Dunkelheit aus!“ Glaubt mir, ich würde es jede Nacht wieder machen! Egal, dass wir danach schlammig, nass und todmüde wieder nach Johanna zurückfahren mussten, bis wir ins Bett konnten, es hat sich wirklich gelohnt. Schon deshalb, weil die Kinder sofort eingeschlafen sind und nicht wie sonst noch lange Radau gemacht haben. Ich hatte trotzdem keine Energie mehr zum Blog schreiben. Ich weiß, das ich kaum nachvollziehbar, aber trotzdem leider wahr.
Heute sind wir spät aufgestanden. Wirklich. Erst nach dem Mittagessen haben wir uns in den Regen hinausgewagt. Wir, das sind Irmela, Jonathan, gezwungenermaßen Dominic und ich, sind den größten Wasserfall in unserer Gegend anschauen gegangen und haben den anderen damit eine halbe Stunde Mittagschlaf gegönnt, die sie selbstständig auf eine ganze Stunde ausgedehnt haben. Kein Problem, Irmela ist also weitergefahren und hat mit mir nach Koalas Ausschau gehalten. Wir haben sogar etwa 10 Koalas gefunden, die nicht nur geschlafen haben (das tun sie etwa 19 Std am Tag), sondern auch geklettert sind bzw gefressen und Geräusche gemacht haben. Könnt ihr euch vorstellen, dass neugeborene Koalas 500mg wiegen und knapp 2cm groß sind? Das ist ziemlich winzig… aber was will man bei 35 Tagen Schwangerschaft schon erwarten? Jetzt sind wir endlich mal wieder auf einem richtigen Campingplatz mit sauberer Dusche und Indoor-Spielplatz für die Kids. Der Internetzugang ist hier unverschämt teuer, deshalb warten wir auf eine im wahrsten Sinne des Wortes günstigere Gelegenheit.