Samstag, 25. Dezember 2010

21.12.2010

Wir sind jetzt kurz vor Melbourne, haben heute Geelong angeschaut. Während die Kids auf dem Spielplatz waren, haben Irmela und ich einen Blick in die Attraktionen Melbournes geworfen. Danach war es nicht mehr schwierig, Irmelas Frage zu beantworten, was ich mir denn für Melbourne wünsche. Einen Tag länger. Mindestens.

Der gestrige Tag hat frustrierend angefangen und wunderschön mit einem Lagerfeuer und Schokolade aufgehört. Insgesamt war er sehr verregnet und stürmisch, aber das Wetter hat sich schon heute und wird sich auch morgen weiter verbessern.

Kurz und bündig, so wie es sich gehört *stolz*.

19.12.2010

Ok, 4 Tage kurz zusammenfassen wird keine leichte Aufgabe. Am 16. und 17.12. haben wir ganz einfach die Great Ocean Road genossen. Wir sind an fast jedem Parkplatz angehalten, im tiefen Sand zu einem Lookout (unter anderem zu dem bei den 12 Aposteln, die übrigens nicht mehr ganz 12 sind…) gewandert und haben Fotos geschossen, die alle gleich und doch irgendwie unterschiedlich aussahen. Wenn möglich sind wir auch runter zum Strand gelaufen, um dort im noch tieferen Sand zu versinken und Wind und Wellen zu genießen. Naja, für „genießen“ war es etwas zu kalt, aber wir haben uns nichts anmerken lassen. Das ganze hin und her war ziemlich anstrengend und wir waren an den Abenden echt fertig. Deshalb hatte ich auch keine Lust mehr zu schreiben. Nachts hat es durch unsere Lüftung reingeregnet und es hat einige Zeit und Nerven gebraucht, das im Halbschlaf um 4 Uhr morgens zu flicken. Gestern hatten wir erstmal genug von Küste angucken und haben etwas ganz anderes gesucht. Regenwald. Passend zum Wetter… Am meisten beeindruckt haben mich dort die Farne. Richtige Farne, nicht so kleine Pflänzchen wie in Europa. Die Farne hier haben mit ihren mega Blättern Dächer über den Weg gebaut und hatten Stämme, die erstaunlich genau aussahen wie Mammutbeine. Von einer der vielen Brücken hat Jonathan seinen Teddy runterfallen lassen. Ich hatte den schon aufgegeben, aber Irmela hat sich todesmutig in die Schlucht gestürzt und dem verletzten Bären das Leben gerettet. Leider hat sich bei dieser Rettungsaktion der Akku meiner Cam verabschiedet. Nachmittags sind wir auf einen Tree Top Walk 48m hoch in die Bäume gekrackselt. Zu dieser Aktion hatte ich Dominic einige Stunden im Tragetuch und ich kann euch sagen: ich spüre es heute noch. Danach waren wir in Johanna. Das solltet ihr euch jetzt so lange nicht bildlich vorstellen, bis ihr wisst, dass „Johanna“ der Name eines kleinen Ortes im südlichen Zipfel Australiens ist. Hier wurde sogar ein wunderschöner Strand nach mir benannt! Müde und geschafft von Treppen, Sand, Dominic, Nachtaktionen usw wollten wir schon früh schlafen gehen, aber Urs war noch nicht müde genug. Seine verrückte Ader war noch wach. Also sind wir im Dunkeln wieder zurück zum Regenwald gefahren, um dort im frierend im strömenden Regen Glühwürmchen anzugucken. Jonathan’s Kommentar im Regenwald dazu: „Schau mal, so sieht Dunkelheit aus!“ Glaubt mir, ich würde es jede Nacht wieder machen! Egal, dass wir danach schlammig, nass und todmüde wieder nach Johanna zurückfahren mussten, bis wir ins Bett konnten, es hat sich wirklich gelohnt. Schon deshalb, weil die Kinder sofort eingeschlafen sind und nicht wie sonst noch lange Radau gemacht haben. Ich hatte trotzdem keine Energie mehr zum Blog schreiben. Ich weiß, das ich kaum nachvollziehbar, aber trotzdem leider wahr.

Heute sind wir spät aufgestanden. Wirklich. Erst nach dem Mittagessen haben wir uns in den Regen hinausgewagt. Wir, das sind Irmela, Jonathan, gezwungenermaßen Dominic und ich, sind den größten Wasserfall in unserer Gegend anschauen gegangen und haben den anderen damit eine halbe Stunde Mittagschlaf gegönnt, die sie selbstständig auf eine ganze Stunde ausgedehnt haben. Kein Problem, Irmela ist also weitergefahren und hat mit mir nach Koalas Ausschau gehalten. Wir haben sogar etwa 10 Koalas gefunden, die nicht nur geschlafen haben (das tun sie etwa 19 Std am Tag), sondern auch geklettert sind bzw gefressen und Geräusche gemacht haben. Könnt ihr euch vorstellen, dass neugeborene Koalas 500mg wiegen und knapp 2cm groß sind? Das ist ziemlich winzig… aber was will man bei 35 Tagen Schwangerschaft schon erwarten? Jetzt sind wir endlich mal wieder auf einem richtigen Campingplatz mit sauberer Dusche und Indoor-Spielplatz für die Kids. Der Internetzugang ist hier unverschämt teuer, deshalb warten wir auf eine im wahrsten Sinne des Wortes günstigere Gelegenheit.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

15.12.2010

Aus mir unerklärlichen Gründen sagt mir heute meine („unlimited“) Internetverbindung, nachdem auch Urs und Irmela ihre Mails gecheckt haben, dass die Zeit um ist und kein Verbindungsaufbau mehr möglich ist. Dufte. Ich hab ja nur im ICQ geschrieben, dass ich „kurz weg“ bin. Sorry, diesmal liegt es nicht an meinem Zeitgefühl!

Heute ist Mittwoch. Warum ich das erwähne? Es ist der Camper-Durchhänger-Tag. Alle müde und kaputt, schlecht geschlafen, Kopfschmerzen, keine Lust und irgendwie alles zu anstrengend. Morgen wird es besser! Ich hatte heute die Möglichkeit, gemütlich im Campingstuhl mitten in der Pampa zu sitzen und die frische Luft zu genießen. Wer mir dazu verholfen hat? Mein Magen, der sich etwa 2 Minuten vorher fein säuberlich entleert hat. Er war wohl mit der Arbeitsaufteilung (ich stopf ihn voll, er muss es verarbeiten) nicht ganz einverstanden und wollte einen kompletten Neuanfang. Der ist ihm gelungen. Allerdings bezweifel ich, dass ich an der Arbeitsaufteilung etwas ändern kann ;D

Trotzdem sind wir anschließend ein Blowhole und einen versteinerten Wald (der eigentlich kein versteinerter Wald ist, sondern nur so heißt) anschauen gegangen. Es hat ein bisschen gedauert, bis ich wieder einen Blick für Fotomotive bekommen hab. Ich würde euch gern Fotos hochladen, aber soweit ich das verstanden habe, verringert das die Verbindungsdauer. Außerdem könnte ich mich sicher nicht zwischen den mehr als 2000 Bildern entscheiden, die ich inzwischen auf meinem Netbook gespeichert hab. Natürlich ist nur ein Teil von mir, aber auch der ist groß genug, um die Wahl zur Qual zu machen.

Mir fällt kein passender Schluss ein, also hör ich jetzt einfach auf zu schreiben *grins*.

14.12.2010

Schon so spät?? Nicht nur, dass wir jetzt noch eine halbe Stunde (fragt mich nicht, wer sich das ausgedacht hat, auch halbe Stunden Zeitumstellung festzulegen) früher als Deutschland sind, sondern auch, dass wir in 10 Tagen schon wieder zurück fliegen! Das ist fast so unvorstellbar wie die Tatsache, überhaupt hier zu sein.

Gestern haben wir uns in Pullover und Jacke nach den Wetterprognosen für die kommenden Tage erkundigt und die einzige, die wir fanden, versprach 35 °C. Haha. Haha? Falsch, es ist wirklich innerhalb von einem einzigen Tag wieder fast unerträglich heiß geworden! Das ist einfach zu erklären: vorher kam der Wind von der Meerseite, jetzt vom Landesinneren. Was tun wir? Gucken uns noch eine Höhle an (natürlich erst, nachdem wir noch mal im Paradies gewesen sind). Von der Führung hab ich nicht viel mitbekommen, weil ich einen ziemlich unzufriedenen Dominic im Tragetuch hatte. Erst nach der Führung ist er selig eingeschlummert.

Was mir hier auf den Campingplätzen schon öfter aufgefallen ist, sind diese Zettel an den Duschen: man sollte maximal 4 Minuten duschen. Ist schon krass, dass bei allen Zetteln keine Druckerfarbe für die 0 mehr übrig war… Vielleicht ist das der Grund, warum mit der Zeit immer weniger Wasser kommt. Wahrscheinlich ist der Trick, das Wasser zuerst auf volle Pulle zu drehen, zu duschen und nichts weiter zu tun. Nach 4 Minuten läuft dann automatisch kein Wasser mehr!

13.12.2010

Kurz eine Nachricht an euch, bevor ich mich wieder an die Arbeit mache: hier in Mount Gambier gibt es die beste Bibliothek, die ich je gesehen habe. Ernsthaft, dort gibt es nicht nur Bücher, CDs und DVDs, sondern auch eine wunderbare Kinderabteilung mit wirklich allem, was Kinder glücklich macht + Internet for free + Räume zum zur Ruhe kommen + echt überaus freundliche Bibliothekare…

Habt ihr schonmal etwas von einem Sinkhole gehört? In einem waren wir heute drin. Der absolute Wahnsinn. So muss das Paradies ausgesehen haben… Weder die Kids noch ich wollten wieder von dort weg und ich bin mir ziemlich sicher, dass wir morgen nochmal dorthin fahren. So, die Arbeit ruft meinen Namen. Vielleicht ist es auch Irmela.

12.12.2010

Das gestrige Highlight war leider nicht das Mittagessen. Sandwiches sind zwar lecker, aber nichts überragendes. Im Großen und Ganzen bestand der Tag wirklich nur aus Spielplatz, Auto fahren, essen und Mücken jagen. Der Camper ist für 6 Personen zugelassen, aber 70 Mücken darf er leider auch beherbergen. Damit waren wir aber nicht einverstanden, also sind Urs und ich nachts auf Mückenjagd gegangen und haben wirklich über 60 Mücken erschlagen. Trotzdem sind wir total zerstochen, weil eben doch noch einige drin waren. Ich hoffe, dass wir nie wieder vergessen, das Fahrerfenster abends zuzumachen…

Heute sind wir lange an der Küste langgefahren, immer wieder angehalten und haben viel zu viele Fotos gemacht. Vormittags waren wir wieder bei den Baptisten, die aber keine Kinderbetreuung angeboten haben. Deshalb sind wir vor der Predigt gegangen. Solche Situationen erinnern mich immer wieder an meine Kindheit, die sich doch in einigen Punkten von der Kindheit meiner Kids unterscheidet. Das ist zur Zeit ein Thema, über das ich mir sehr viele Gedanken mache. Am liebsten tu ich das abends, wenn alle ruhig geworden sind. Das wird bald wieder der Fall sein, also werd ich jetzt meinen Faden von gestern wiedersuchen und weiterdenken. Gute Nacht!