Montag, 29. November 2010

29.11.2010 (abends in der Nähe eines Ortes, dessen Namen ich vergessen hab)

Ganz kurz, ihr habt ja jetzt genug zu lesen:
Hier schreibt eine überglückliche, weil erstmals vernetzte Johanna! Der heutige Tag war lang und erlebnisreich, aber die Zeit im Internet reicht nicht dafür aus. Wird also fürs nächste Mal aufgehoben, sollte ich nochmal die Chance bekommen, hier Internetzugang zu bekommen.
Es ist heiß, dass man im bewegungslosen Zustand schwitzt und ich bin froh, helle und luftige Kleidung in Perth gekauft zu haben. Übermorgen fliegen wir von Perth nach Adelaide und kurven dann Richtung Melbourne, von wo dann zum Heilig Abend der Flieger nach Singapur und von Singapur nach Zürich gehen wird. Das mal als kleinen Vorausblick. Ich hab ein bisschen Bammel vor den Landungen, weil zwar mein Schnupfen weg ist, aber mein rechter Lymphknoten noch mächtig geschwollen ist. Das macht sich nicht gut. Aber ich hab ja noch fast 2 Tage zum gänzlichen Gesunden ;-)
So, fix zum Ende kommen, damit wir in der restlichen Zeit noch ein Hotel in Adelaide finden, bis wir dort einen Camper abholen können. Viele Grüße aus dem heißen Australien ins (wahrscheinlich) bitterkalte Deutschland!

28.11.2010 (abends an der Ostküste Australiens)

4 Punkte zum gestrigen Tag:

1. Urs klettert einen 61 m hohen Baum hoch. Die „Leiter“ besteht aus Stangen, die im Stamm befestigt sind. Er hat jetzt Muskelkater.

2. Bei einer Tram-Fahrt begegnet mir ein junger Mann, der mich erstaunlich genau an den Pianisten aus Drôme erinnert. Hoffentlich hat er nicht gemerkt, dass ich ihn total verblüfft angestarrt hab.

3. Die Dampflokomotive müssen wir für die Kinder nach Lausanne mitnehmen. Wir haben sie mit einem Abschleppseil an den Camper gehängt und werden einen extra Flug dafür buchen. Dieser Punkt ist reiner Schwachsinn.

4. Übernachtet haben wir auf einem 4-Sterne-Campingplatz. Meine Vermutung für die 4 Sterne:

1. Stern: unmittelbarer Zugang zum Strand

2. Stern: Waschküche (positiv!!!)

3. Stern: Spielplatz für die Kinder

4. Stern: Seife, die nach Männer-Deo riecht. In der Frauentoilette. Fand ich sehr sexy! ;D

Heute sind wir auf schankenden, 40 m hoch hängenden, durchsichtigen Brücken durch die Giant-Bäume geklettert und haben damit meine Höhenangst auf die Probe gestellt. Sie ist noch da, wie erwartet. Trotzdem war das ziemlich fetzig.

Zur Erholung ging es danach an den Wilson Bay. Natürlich in Begleitung der über alles geliebten Fliegen. Diesmal sogar fette stechende Fliegen. Der Bay sah wunderschön aus, aber wir waren nach diesem Besuch über und über mit Sand bedeckt, der dort mit jedem Windstoß (und davon gab es mehr als genug) die sich in Sonne oder Wasser badenden Menschen bedeckt hat. Abends gab es dann ein wahnsinnig leckeres Barbecue in Strandnähe OHNE Fliegen und Wind! Absolutes Highlight des Tages. Was mir aufgefallen ist, ist die große Anzahl deutsch sprechender Touristen hier. Fast jeder 3. kann hier deutsch. Die Wise Guys haben recht: wir sind die Weltmeister im häufigen Verreisen. Gute Nacht ans ferne Deutschland (auch wenn es bei euch Mittag ist)!

26.11.2010 (kurz vor 20.00 Uhr im linken unteren Zipfel Australiens)

Draußen ist es schon stockduster, es wir innerhalb von wenigen Minuten hell und dunkel.

Nach einem Vormittag im Auto gab es leckeres Mittagessen. Ratet mal, wo. Richtig, am Strand! Genauer gesagt in einer kleinen Bucht, in der sich die Wellen an den Felsen gebrochen haben. War ziemlich laut, sah aber wunderschön aus. Zum Dessert gab es, passend zu dieser Woche, Erdbeeren *schmelz*! Nach 2 Abstechern zu einem echt schönen Spielplatz und einer alten Lokomotive, die die Kinder überhaupt nicht mehr verlassen wollten, haben wir jetzt einen Caravan-Park gefunden. Das war ziemlich nötig, weil unser Spülwasser leer war und wir deshalb die Toilette im Camper nicht mehr benutzen konnten. Jetzt freu ich mich auf eine Dusche morgen früh.

Wuhuu, endlich mal ein Post mit lesbarer Länge *grins*

25.11.2010 (18:40 südlich von Bunbury)

Mehr Meer!!! Okay, eigentlich bekommen wir davon gerade genug… das einzige gestrige Highlight war unser Übernachtungsplatz direkt am Strand, keine 50m zum Meer. Nachts konnten wir unter einem wahnsinnig schönen Sternenhimmel einschlafen, der jeden vorangegangenen Tag vergessen lässt. Geplant war eine Überraschung (keine Ahnung, was damit gemeint war), die wir aber nicht gefunden haben. Auf der Suche sind wir einige Kilometer über eine Straße gefahren, die diese Bezeichnung nicht verdient hat. „Huckelpiste“ trifft es schon eher. Mit zusätzlicher Gefahr: tiefer Sand am Straßenrand. Wir haben uns also kräftig durchschütteln lassen und sind dabei auf dem Sand mit dem Camper ständig hin und her gerutscht. Dabei ist im Wohnteil ein kleines Malheur passiert, aber das führt jetzt zu weit.

Nächste Idee war ein Delphin-Zentrum, das allerdings eine Mindestanzahl von Personen für bestimmte Angebote brauchte und nebenbei unbezahlbar war. Ziemlich frustriert mussten wir uns nach diesen 2 langen Fahrten auf den Weg zu einem Übernachtungsplatz machen, den wir doch noch genutzt und genossen haben.

So geht es heute auch gleich weiter, wir sind fast noch näher am Meer auf einem Parkplatz, auf dem Camping eigentlich verboten ist. Aber auf dem Schild ist nur ein Zelt abgebildet, kein Mega-Camper! =P Vormittags haben wir einen Leuchtturm besichtigt, der mit Erklärungen doch spannender war als angenommen. Von oben konnten wir per Fernglas ein paar Wale beobachten. Dabei hatten wir einige ständige Begleiter, die uns ziemlich dreist belagert haben. Klein und nervig: Fliegen. Lieblingslandeplätze: Lippen und Augen. Da nützt kein Anti-Insekten-Spray. Einzige Lösung: Flucht in die Stadt zum Mittagessen und einkaufen. Vom Mittag gestärkt ist uns noch eine weitere Lösung eingefallen: unter Tage werden wir auch nicht verfolgt. Da kommt die Höhle in der Nähe wie gerufen. Tausende von Stalaktiten haben dem „Amphitheater“ eine ganz besondere Akustik gegeben, die viele Musiker für kleine Konzerte nutzen. Insgesamt 2 Stunden sind wir durch die Höhle gestreift und haben die Kameras gefüllt. Wieder am Tageslicht war nur noch Zeit für einen Snack. Natürlich in Begleitung von Fliegen. Also ab ins Auto und an den Strand! Dank des starken Windes hier hält sich die Anzahl unserer derzeitigen Lieblingstierchen in einem angemessenen Rahmen. Die der Mücken aber kaum. Das Netbooklicht ist übrigens eine erstklassige Anlockmethode… Ich komm beim Um-mich-schlagen kaum noch zum Tippen! Guten Appetit allen jetzt Mittag Essenden Europäern und gute Nacht allen Australiern!

23.11.2010 (21:30 Uhr in der Nähe von Perth)

Aus der ruhigen Nacht, die ich mir gewünscht hatte, ist leider nichts geworden. Die Kinder sind noch nicht in dem neuen Rhythmus drin und können abends kaum einschlafen. Es ist eine Herausforderung, sie am Tag nur wenig schlafen zu lassen, damit sie die Nacht keinen Radau machen. Aber wir bekommen das langsam in den Griff.

Jedenfalls bin ich in jener Nacht nicht zum schlafen gekommen, sondern hab die freie Zeit genutzt, um mal wieder richtig schön krank zu werden. Erkältung war ja schon fast weg, wär ja langweilig geworden. Wir sind nicht sicher, ob es die verspäteten Folgen der Reisestrapazen waren oder ein Hitzschlag, aber es hat mich davon abgehalten, in den folgenden 30 Std mehr als einen Keks und ein Stückchen Brot zu essen. Das klingt bestimmt wenig und ich kann froh sein, dass keiner von euch einen Arm hat, der bis zu mir ins sichere Australien reicht, aber ich hatte echt weder Hunger noch Appetit. Getrunken hab ich natürlich trotzdem was. Einfach nur, um eine Antwort auf Urs‘ Frage „Wovon ernährst du dich eigentlich??“ zu haben. „Apfelsaft und Wasser“.

Vorgestern Vormittag habe ich also im Camper verbracht, nachmittags sind wir nach meiner Erinnerung nur Auto gefahren. Das kann ich mir aber kaum vorstellen. Mein Kopf war halt mit anderen Dingen voll beschäftigt.

Gestern waren wir vormittags in einem National Park und sind durch eine Pinnacle-Desert (für alle, die ihr Englisch-Wörterbuch nicht als ihren ständigen Wegbegleiter sehen: desert = Wüste) gewandert. In 2 Punkten zusammengefasst: heiß, aber tolle Fotos gemacht. Zu Mittag hab ich übrigens ein Stück Gurke gegessen, der Anfang der Besserung =) Nachmittags sind wir in einen weiteren National Park gefahren, in dem wir auch über Nacht bleiben durften. Traumhaft. Einfach unbeschreiblich. Von Kängurus, fast zahmen Papageien und Koalas umgeben am See zu sitzen und nicht zu wissen, was man als erstes fotografieren soll, ist ein echtes Erlebnis.

Heute früh sind wir (leider) wieder aufgebrochen, um uns am Meer ein Museum über Meeresfische und ein Aquarium anzuschauen. Klingt langweiliger als es war, kann ich euch garantieren. Denn wer von euch hätte sich darunter vorgestellt, lebendige Seesterne und Seeigel auf der Hand zu haben, Rochen und Haie zu streicheln und sogar die Zähne eines Haies zu berühren? Ist euch schon mal aufgefallen, dass man die Saugnäpfchen an den Enden der Tentakeln der Oktopusse kaum noch mit bloßem Auge erkennen kann? Kennt ihr den Unterschied zwischen seadragons und seahorses (Seedrachen und Seepferdchen)? Ist schon mal eine Riesenschildkröte direkt über euren Köpfen geschwommen?

Seit ein paar Stunden sind wir jetzt auf einem Campingplatz, der von sich behauptet, Internetverbindung zu haben. Klasse, die hab ich gefunden. Nur den Sicherheitsschlüssel nicht. Wenn daraus trotzdem noch etwas wird, werdet ihr das morgen früh (für euch kurz nach Mitternacht) erfahren, weil ich dann 4 viel zu lange Posts online stellen werde. Also: Ende! Euch einen schönen Dienstagnachmittag und uns hier… ihr wisst schon ;-)

20.11.10 (irgendwann abends in Perth, bei euch 12:12 Uhr)

Schon blöd, wenn man kein Internet hat. Heute hab ich eine ungesicherte Verbindung gefunden, aber mein Netbook hat das Netzwerk nicht identifizieren können. Ihr könnt euch ja vorstellen, dass ich da bedingungslos kapitulieren muss. Ich hatte das Problem schon einmal bei einem Netz, das mit 90%iger Sicherheit funktioniert. Nicht auf meinem Netbook. Ich befürchte aber, es liegt nicht am Netbook, sondern an meinen (zugegeben ziemlich kümmerlich ausgebildeten) Computerkenntnissen. Hoffentlich finde ich irgendwann ein Johanna-freundliches Internet.

Aber zurück zu meinen tagebuchähnlichen (=langweilenden^^) Erzählungen unserer Reise. Gestern Abend sind Irmela und ich vom Hotel aus in ein Outlet gegangen, um (zur Wärme) passende Klamotten für sie und die Kids zu kaufen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, was es da alles gab… der absolute Wahnsinn! Ich hab $30 bekommen mit der Aufgabe, sie auszugeben. Nichts leichter als das. Einziges Problem: in welchem der 100 Läden findet man was passendes + schickes + praktisches + preiswertes?? Johanna verläuft sich ein paar Mal und findet wie durch ein Wunder doch 2 ganz hübsche Sachen, die insgesamt bezahlbar sind.

Heute Morgen (bei euch etwa 0.00 Uhr) bin ich mit den Kids auf den hoteleigenen Spielplatz gegangen, um Urs und Irmela eine Chance zum Packen zu geben. Meine zu den Temperaturen passende Kleidung schien mehr auf männliche Zustimmung zu stoßen, als mir lieb war. Ziemlich penetrant wurden wir (ich bezieh die Kids da absichtlich mit rein, weil ich keinen Beweis habe, dass nur ich gemeint war) aus den Fenstern von jungen, halb angezogenen Männern beobachtet. Einer hat sogar gewunken und versucht, ein Gespräch anzufangen. Aber es hat sich (wohl dank der Kinder) niemand raus getraut. Manchmal sind meine Süßen genauso wirksam wie Pfefferspray =)

Nach dem Auschecken sind wir das Papa-Auto (= den Camper) abholen gefahren. Soweit ich das sehe, ist dies die größte Camper-Ausführung auf dem gesamten Markt. Mein Platz ist oben (über dem Fahrerhaus) bei Jonathan und Timon. Sitzen kann man hier nicht, aber es ist doch um einiges größer, als ich es befürchtet hatte.

Nach Mittagessen und Großeinkauf sind wir auf ein bisschen Chemie zum Kaffeetrinken ins McDonalds gegangen, wo natürlich prompt Apologize lief. Musste ja sein. Am anderen Ende der Welt und doch keine Ruhe im Kopf. Abendessen gibt es heute nicht mehr, wir sind zu müde dazu. Die Kids schlafen schon seit 1,5 Std und auch mir fallen beim Schreiben allmählich zu Augen zu. Wie sollte es auch anders sein, mit Jonathans regelmäßigem Schnarchen im Ohr… also euch einen schönen Samstagmittag und mir eine ruhige Nacht! =)