Sonntag, 5. Oktober 2014

Nachtrag 1 - Hochzeit

Vor genau zwei Wochen haben Mock und ich uns in Blackwood, NJ das standesamtliche Ja-Wort gegeben. Rechts und links sind unsere Trauzeugen Justin und Devin mit Frau bzw. Freundin.

Die kirchliche Trauung mit Familie, Freunden, Kleid und Feier findet natürlich in Deutschland statt.

Vorerst ist unsere Ehe nur in den USA gültig, bis wir die entsprechenden Unterlagen in Deutschland beim Standesamt eingereicht haben. Bis dahin bin ich hier offiziell "nur" verlobt ;-) Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung und freuen uns auf seine Rückkehr Ende des Jahres nach Deutschland.

Kurz zum aktuellen Stand der Dinge: Seit dieser Woche wohne und arbeite ich im Best Western Hotel am Münster in Breisach am Rhein, einem wirklich hübschen 4-Sterne-Haus. Meine Kollegen sind unheimlich hilfsbereit und machen es mir sehr leicht, mich gleich gut einzuleben. Diese dreimonatige Arbeit hier ist die erste Praxisphase meines dualen Studiums Richtung BWL-Tourismus in Lörrach, das ebenfalls diese Woche begonnen hat. Anfang Januar wechsel ich dann zur Theoriephase an die DHBW Lörrach, falls alles läuft wie geplant.

Heute Abend geht die jugendliche Belegschaft - übrigens ein sehr hoher Prozentsatz - nach Freiburg ins Kino. Mal sehen, vielleicht treffen wir ja heute auch auf Jogi Löw, der ja bekanntlich Freiburger ist und gestern prompt einem Kollegen über den Weg lief!

Freitag, 19. September 2014

Atlantic City - als es noch etwas wärmer war

Werder ist natürlich immer mit dabei!

sehr erfrischend, wenn auch salzig

Spuren im Sand

Erinnert irgendwie an einen Western...

Strandpromenade

Caesar - eines der berühmtesten Casinos an der Ostküste

Freitag, 5. September 2014

Impressionen von Philadelphia

Independence Hall

Allison Kieselowsky - die Frau, die alles kann

ein bisschen Griechenland in Philadelphia

Lily - von lachend zu schreiend in unter 2 Sekunden

die drei großen Schwestern: Eva-Marie, Ella und Sophie (v.l.)

mitten in der Innenstadt

und überall weht die amerikanische Flagge

Statue für Religionsfreiheit

Ben Franklin's Haus, oder was davon noch übrig ist

Ben Franklin's Geistesblitz

Franklin Square

fast echt: die Liberty Bell

Philadelphia Park Liberty Carousel

die Skyline von innen betrachtet

Chinatown - zu viel gutes Essen

Samstag, 23. August 2014

Der nächste Schritt

Es ist inzwischen drei Tage her, dass Mock und ich mit seiner Familie zu Abend gegessen haben. Danach hat er mir seinen Freund Johnny Mac und dessen Freundin Ashley vorgestellt, mit denen wir den Abend zwischen Eisbechern, nicht-alkoholischen Drinks und Beziehungsgeschichten verbrachten.

Es ist schon fast Mitternacht, als wir gähnend das schließende Lokal verlassen, als Johnny Mac vorschlägt, noch kurz ein Foto zu schießen. Gesagt, getan: zwei Fotos von ihm und seiner Freundin, dann sind wir dran. Mock kann sich mal wieder nicht entscheiden, wo und wie wir stehen. Jetzt geht er auch noch auf die Knie, was ist es diesmal? Hat er etwas fallen gelassen, ist sein Schuh offen oder will er mich einfach nur wieder auf den Arm nehmen? Oh, eine Liebeserklärung auf Deutsch, wie süß! Aber nichts Neues, das kenne ich ja schon. Nur seltsam, dass er mir die gerade hier und jetzt macht, wo Johnny Mac darauf wartet, uns zu fotografieren. Und was genau holt er da aus seiner Hosentasche? Wirklich, eine kleine schwarze Box? Das wird aber jetzt ein ziemlich realistischer Trick!... Oder?... Moment, dieses "Willst du mich heiraten?" gehört nicht zu seinem üblichen Liebeserklärungs- und Komplimente-Wortschatz.

Ich würde liebend gerne behaupten, der Himmel sei voller Geigen und wir von Hunderten von Schmetterlingen umschwärmt gewesen, mein Herz sei mir fast aus der Brust gesprungen und ich habe filmreif und unter Freudentränen ein entzücktes "Ja" gehaucht, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht einmal mehr an den genauen Wortlaut meiner Antwort erinnern. Dem Ring an meinem Finger nach zu urteilen, muss sie allerdings positiv ausgefallen sein.

Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass sowohl seine gesamte Familie als auch Johnny Mac und Ashley von Anfang an eingeweiht waren und das vermeintliche Foto von uns schlussendlich ein Video war.

Wieso war ich die Einzige, die von nichts eine Ahnung hatte??

Freitag, 1. August 2014

"Cottage am See" oder "komfortables Kleintiergehege"

Etwa drei Stunden von Springfield entfernt verbringen meine Gastfamilie und ich ein paar Ferientage im Cottage der Großeltern, das direkt an einem Badesee liegt. Mit dabei sind einige Lebewesen, die ich kurz erwähnen möchte.

Zum Einen gibt es - wie wohl in jedem Cottage am See - eine Unmenge an Mitbewohnern, die den Familien verschiedenster Insekten-, insbesondere Spinnengruppierungen zuzuordnen sind. Seien es nun die populären Weberknechte, die übrigens keine Spinnen sondern Käfer sind (!), die kleinen und großen mit schwarzen haarigen Beinchen, überdimensional große Käfer, Ohrenkneifer auf dem Schneidebrett oder die allseits gelie... äh gejagten Mücken. Sie alle haben hier ihr zu Hause gefunden und fühlen sich pudelwohl. Vielleicht sogar wohler als wir menschlichen Besucher.

Zum Anderen verlaufen im Garten zwischen Cottage und See drei Schnellstraßen, die vorwiegend von Streifenhörnchen genutzt werden. Von menschlichen Gestalten lassen sich diese kaum beeinflussen.

Die dritte Gruppe von Lebewesen scheint auf den ersten Blick aus der Tierwelt zu kommen, hat seine Wurzeln aber in einer Anderen: Die Rede ist von vier Wasserratten, die selbst bei Sturm und Regen im See plantschen, während ich als Aufsichtsperson sie trotz langer Hose und Jacke fröstelnd vom Dock aus beobachte. Was soll ich sagen, sie sind mir zumindest in diesem Punkt haushoch überlegen.

Donnerstag, 24. Juli 2014

"Miss Johaana, Miss Johaana!"

So in etwa klingt es, wenn die Kinder meiner Gastfamilie in Springfield, PA nach mir rufen. Ich sehe mich dann entweder mit Schürzchen und Haube, eine Kerze in der Hand, die steile Treppe zu meinem Schlafgemach im nächtlichen London des 18. Jahrhunderts erklimmen oder mit strengem Dutt und Zeigestock den Kindern das 1x1 und Benimmregeln einbläuen.
Glücklicherweise entspricht keine meiner Vorstellungen der Wirklichkeit: Wir leben im 21. Jahrhundert, wenn auch ganze 6 Stunden nach Deutschland, wir befinden uns in Springfield nahe Philadelphia, die Treppe ist nicht steil und ich trage weder Schürzchen, noch Haube, noch einen Zeigestock. Zudem sind die 4 Mädchen zwischen 1 und 7 Jahren sehr gut erzogen, wie es sich für eine lutherische Pfarrersfamilie gehört ;-)
Hier ein paar wissenswerte Fakten, die ich in meiner kurzen Zeit hier sammeln durfte:

  • Nutella - das wichtigste zuerst - ist dreimal so teuer wie in Deutschland und schmeckt wie Billig-Schokoladenaufstrich.
  • Amerikanische Trucks, die ähnliche Maße wie ein VW-Bus haben, fühlen sich im Vergleich zu selbigen wie Panzer an. Kennt ihr das, wenn man nach einer Kurve das Lenkrad los, äh locker lässt, damit sich die Räder von alleine wieder gerade stellen? (Ich weiß, Papa, das sollte man aus Sicherheitsgründen vermeiden, aber ... mir fällt gerade kein anderer Grund ein, als dass es so viel bequemer ist!) Versucht das mal mit einem Truck: Pustekuchen. Wenn ihr das Lenkrad nicht aus eigener Kraft zurückdreht, fahrt ihr endlos im Kreis.
  • Nicht alle Haushalte haben in jedem Raum einen Fernseher. Dafür - und das halte ich für wesentlich sinnvoller - verfügt jeder Raum über Klimaanlage und/oder Ventilatoren, die die schwül-heiße Luft nach draußen verbannen, wo diese dann geduldig auf euch wartet, um euch beim Öffnen der Tür mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen. Böse Luft? Seid ehrlich, ihr würdet das doch auch tun, wenn ihr den ganzen Tag dort draußen braten müsstet ;-)
  • Amerikanische Shops haben - abgesehen von bezahlbarer UND guter Schokolade - alles. Bastel-, Back - und Kochkram, bei dem du zum Großteil erstmal die Verwendung googlen musst, Urwälder aus unechten Pflanzen und Blumen, zwanzig verschiedene Sorten Toastbrot, lebendige Hummer, riesige Barbecue-Grills mit Zubehör, ein komplettes sechsstöckiges Regal voll mit verschiedenen Tomatensoßen, etc.
  • Der öffentliche Personennahverkehr ist zumindest hier im städtischen Bereich weder überteuert noch unpünktlich. Im Gegenteil: man kommt sehr sicher und günstig von A nach B, solange man nicht zu ungünstigen Zeiten durch ungünstige Viertel fährt, was ich selbstverständlich tunlichst vermeide.
Der Familienpanzer ist zurück vom Zahnarzt, es wird also gleich wieder... aahhh "Miss Johaana!!" I'm coming!

Montag, 14. Juli 2014

Fliegen kann sooo schön sein!

Wo fange ich an... vor genau einer Woche war die Hochzeit meiner besten Freundin in Berlin. Bis zu diesem Tag war mir nicht bewusst geworden, was mir nur einen Tag später bevorstand. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal alleine einen Ozean überqueren würde, um für knapp drei Monate in eine unbekannte Welt einzutauchen. Sondern auch, dass ich die Familie kennen lernen würde, die möglicherweise bald meine eigene wird.
"Reden ist Silber...": Am Flughafen vertrieb ich mir die Zeit und die Nervosität u.a. durch Small-Talk mit einer Mitarbeiterin am Check-In. Ergebnis: Ein Fensterplatz direkt an einer der Tragflächen! Neben mir eine junge Amerikanerin, die sehr gut Spanisch und ein paar Brocken Deutsch sprach. Mit zwei Stunden Verspätung hoben wir von einer frisch geduschten Startbahn gen New York ab. War es unter den Wolken noch düster gewesen, so schloss die Hälfte der Fluggäste aus Angst vor (Ver)Blendung über den Wolken ihr Fenster. Nach einigen Luftlöchern, Schaukeleien und Salti offerierte man uns die lang ersehnte erste Mahlzeit an Bord. Bestellt wurde auf Englisch. Anschließend waren die Getränke an der Reihe. Bestellt wurde auf Deutsch. So lief das für etwa acht Stunden. Unsere arme Hostess weiß wahrscheinlich bis heute nicht, welche Sprache wir sprechen... Zwei Filme und ein paar Musikalben später ließen wir die Wolken hinter uns und nahmen Kurs auf die Landebahn vom JFK Airport New York. Praktischerweise hieß das, einmal komplett um die gegen 9:30 pm hell erleuchtete Stadt zu fliegen. Natürlich zu meiner Seite gekippt, sodass die Ladefläche die Häuser New Yorks zu streifen schien. Magische Momente, die ich mit meiner ebenso begeisterten Sitznachbarin teilen konnte.
Gelandet, gewartet, ausgecheckt, gewartet, Koffer gefunden, Mock gefunden, mit Mock und seiner Mom nach Hause gefahren, gegen 2:00 am ins Bett gegangen. 23 Stunden wach gewesen.

Samstag, 15. Februar 2014

Die Reise geht weiter...

Geplant war es so: Ich komme nach Deutschland zurück, feier Weihnachten und Silvester, beziehe meine erste komplett eigene Wohnung, studiere und arbeite, heirate, bekomme Kinder und werde glücklich.

Die Realität dagegen sieht so aus: Ich komme nach Deutschland zurück, feier Weihnachten und Silvester - so weit, so gut - und damit hört es auch schon wieder auf.

Bis Ende Januar lag die Kommandozentrale meiner Bewerbungsbemühungen noch in meinem Elternhaus in Plauen. Dank erster Erfolge verlagerte ich selbige für eine erlebnisreiche Nacht zu Freunden der Familie aus Leipzig. Schon am Tag darauf erfolgte die Planung und Umsetzung des nächsten Umzuges in eine WG mit einer mir wohlbekannten Person. In selbiger WG werde ich noch ganze 10 Wochen weilen, bis ich mich wieder auf Wanderschaft begeben werde, um eine neue WG mit meiner Anwesenheit zu beglücken - wenn auch nur für 2 Monate.  Bevor ich von Juli bis Ende September meinem geliebten Männlein nach Amerika hinterher eile, wo mir liebenswerterweise schon eine nette Gastfamilie ein Zimmer angeboten hat, werde ich wohl noch in Plauen und Berlin zwei Zwischenstationen einlegen. Soviel zum Thema "erste komplett eigene Wohnung".

"... studiere und arbeite...". Am Studium arbeite ich noch. Das heißt auf der einen Seite bewerben und auf der anderen: arbeiten. Ja, richtig arbeiten! Ohne Erfahrungen in die Hotellerie reinzukommen, ist leicht utopisch. Also hole ich das nach und mache ein Praktikum im Hotel.

"... heirate, bekomme Kinder...". Naja, das ist zwar in Planung, aber noch in (gefühlt) weiter Ferne.

Zu guter Letzt darf ich trotzdem sagen: das mit dem glücklich werden hat trotz allem geklappt! :-)