Vor genau zwei Wochen haben Mock und ich uns in Blackwood, NJ das standesamtliche Ja-Wort gegeben. Rechts und links sind unsere Trauzeugen Justin und Devin mit Frau bzw. Freundin.
Die kirchliche Trauung mit Familie, Freunden, Kleid und Feier findet natürlich in Deutschland statt.
Vorerst ist unsere Ehe nur in den USA gültig, bis wir die entsprechenden Unterlagen in Deutschland beim Standesamt eingereicht haben. Bis dahin bin ich hier offiziell "nur" verlobt ;-) Wir sind glücklich mit unserer Entscheidung und freuen uns auf seine Rückkehr Ende des Jahres nach Deutschland.
Kurz zum aktuellen Stand der Dinge: Seit dieser Woche wohne und arbeite ich im Best Western Hotel am Münster in Breisach am Rhein, einem wirklich hübschen 4-Sterne-Haus. Meine Kollegen sind unheimlich hilfsbereit und machen es mir sehr leicht, mich gleich gut einzuleben. Diese dreimonatige Arbeit hier ist die erste Praxisphase meines dualen Studiums Richtung BWL-Tourismus in Lörrach, das ebenfalls diese Woche begonnen hat. Anfang Januar wechsel ich dann zur Theoriephase an die DHBW Lörrach, falls alles läuft wie geplant.
Heute Abend geht die jugendliche Belegschaft - übrigens ein sehr hoher Prozentsatz - nach Freiburg ins Kino. Mal sehen, vielleicht treffen wir ja heute auch auf Jogi Löw, der ja bekanntlich Freiburger ist und gestern prompt einem Kollegen über den Weg lief!
Sonntag, 5. Oktober 2014
Freitag, 19. September 2014
Atlantic City - als es noch etwas wärmer war
Freitag, 5. September 2014
Impressionen von Philadelphia
| Independence Hall |
| Allison Kieselowsky - die Frau, die alles kann |
| ein bisschen Griechenland in Philadelphia |
| Lily - von lachend zu schreiend in unter 2 Sekunden |
| die drei großen Schwestern: Eva-Marie, Ella und Sophie (v.l.) |
| mitten in der Innenstadt |
| und überall weht die amerikanische Flagge |
| Statue für Religionsfreiheit |
| Ben Franklin's Haus, oder was davon noch übrig ist |
| Ben Franklin's Geistesblitz |
| Franklin Square |
| fast echt: die Liberty Bell |
| Philadelphia Park Liberty Carousel |
| die Skyline von innen betrachtet |
| Chinatown - zu viel gutes Essen |
Samstag, 23. August 2014
Der nächste Schritt
Es ist inzwischen drei Tage her, dass Mock und ich mit seiner Familie zu Abend gegessen haben. Danach hat er mir seinen Freund Johnny Mac und dessen Freundin Ashley vorgestellt, mit denen wir den Abend zwischen Eisbechern, nicht-alkoholischen Drinks und Beziehungsgeschichten verbrachten.
Es ist schon fast Mitternacht, als wir gähnend das schließende Lokal verlassen, als Johnny Mac vorschlägt, noch kurz ein Foto zu schießen. Gesagt, getan: zwei Fotos von ihm und seiner Freundin, dann sind wir dran. Mock kann sich mal wieder nicht entscheiden, wo und wie wir stehen. Jetzt geht er auch noch auf die Knie, was ist es diesmal? Hat er etwas fallen gelassen, ist sein Schuh offen oder will er mich einfach nur wieder auf den Arm nehmen? Oh, eine Liebeserklärung auf Deutsch, wie süß! Aber nichts Neues, das kenne ich ja schon. Nur seltsam, dass er mir die gerade hier und jetzt macht, wo Johnny Mac darauf wartet, uns zu fotografieren. Und was genau holt er da aus seiner Hosentasche? Wirklich, eine kleine schwarze Box? Das wird aber jetzt ein ziemlich realistischer Trick!... Oder?... Moment, dieses "Willst du mich heiraten?" gehört nicht zu seinem üblichen Liebeserklärungs- und Komplimente-Wortschatz.
Ich würde liebend gerne behaupten, der Himmel sei voller Geigen und wir von Hunderten von Schmetterlingen umschwärmt gewesen, mein Herz sei mir fast aus der Brust gesprungen und ich habe filmreif und unter Freudentränen ein entzücktes "Ja" gehaucht, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht einmal mehr an den genauen Wortlaut meiner Antwort erinnern. Dem Ring an meinem Finger nach zu urteilen, muss sie allerdings positiv ausgefallen sein.

Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass sowohl seine gesamte Familie als auch Johnny Mac und Ashley von Anfang an eingeweiht waren und das vermeintliche Foto von uns schlussendlich ein Video war.
Wieso war ich die Einzige, die von nichts eine Ahnung hatte??
Es ist schon fast Mitternacht, als wir gähnend das schließende Lokal verlassen, als Johnny Mac vorschlägt, noch kurz ein Foto zu schießen. Gesagt, getan: zwei Fotos von ihm und seiner Freundin, dann sind wir dran. Mock kann sich mal wieder nicht entscheiden, wo und wie wir stehen. Jetzt geht er auch noch auf die Knie, was ist es diesmal? Hat er etwas fallen gelassen, ist sein Schuh offen oder will er mich einfach nur wieder auf den Arm nehmen? Oh, eine Liebeserklärung auf Deutsch, wie süß! Aber nichts Neues, das kenne ich ja schon. Nur seltsam, dass er mir die gerade hier und jetzt macht, wo Johnny Mac darauf wartet, uns zu fotografieren. Und was genau holt er da aus seiner Hosentasche? Wirklich, eine kleine schwarze Box? Das wird aber jetzt ein ziemlich realistischer Trick!... Oder?... Moment, dieses "Willst du mich heiraten?" gehört nicht zu seinem üblichen Liebeserklärungs- und Komplimente-Wortschatz.
Ich würde liebend gerne behaupten, der Himmel sei voller Geigen und wir von Hunderten von Schmetterlingen umschwärmt gewesen, mein Herz sei mir fast aus der Brust gesprungen und ich habe filmreif und unter Freudentränen ein entzücktes "Ja" gehaucht, aber ehrlich gesagt kann ich mich nicht einmal mehr an den genauen Wortlaut meiner Antwort erinnern. Dem Ring an meinem Finger nach zu urteilen, muss sie allerdings positiv ausgefallen sein.

Im Nachhinein wurde mir gesagt, dass sowohl seine gesamte Familie als auch Johnny Mac und Ashley von Anfang an eingeweiht waren und das vermeintliche Foto von uns schlussendlich ein Video war.
Wieso war ich die Einzige, die von nichts eine Ahnung hatte??
Freitag, 1. August 2014
"Cottage am See" oder "komfortables Kleintiergehege"
Etwa drei Stunden von Springfield entfernt verbringen meine Gastfamilie und ich ein paar Ferientage im Cottage der Großeltern, das direkt an einem Badesee liegt. Mit dabei sind einige Lebewesen, die ich kurz erwähnen möchte.
Zum Einen gibt es - wie wohl in jedem Cottage am See - eine Unmenge an Mitbewohnern, die den Familien verschiedenster Insekten-, insbesondere Spinnengruppierungen zuzuordnen sind. Seien es nun die populären Weberknechte, die übrigens keine Spinnen sondern Käfer sind (!), die kleinen und großen mit schwarzen haarigen Beinchen, überdimensional große Käfer, Ohrenkneifer auf dem Schneidebrett oder die allseits gelie... äh gejagten Mücken. Sie alle haben hier ihr zu Hause gefunden und fühlen sich pudelwohl. Vielleicht sogar wohler als wir menschlichen Besucher.
Zum Anderen verlaufen im Garten zwischen Cottage und See drei Schnellstraßen, die vorwiegend von Streifenhörnchen genutzt werden. Von menschlichen Gestalten lassen sich diese kaum beeinflussen.
Die dritte Gruppe von Lebewesen scheint auf den ersten Blick aus der Tierwelt zu kommen, hat seine Wurzeln aber in einer Anderen: Die Rede ist von vier Wasserratten, die selbst bei Sturm und Regen im See plantschen, während ich als Aufsichtsperson sie trotz langer Hose und Jacke fröstelnd vom Dock aus beobachte. Was soll ich sagen, sie sind mir zumindest in diesem Punkt haushoch überlegen.
Zum Einen gibt es - wie wohl in jedem Cottage am See - eine Unmenge an Mitbewohnern, die den Familien verschiedenster Insekten-, insbesondere Spinnengruppierungen zuzuordnen sind. Seien es nun die populären Weberknechte, die übrigens keine Spinnen sondern Käfer sind (!), die kleinen und großen mit schwarzen haarigen Beinchen, überdimensional große Käfer, Ohrenkneifer auf dem Schneidebrett oder die allseits gelie... äh gejagten Mücken. Sie alle haben hier ihr zu Hause gefunden und fühlen sich pudelwohl. Vielleicht sogar wohler als wir menschlichen Besucher.
Zum Anderen verlaufen im Garten zwischen Cottage und See drei Schnellstraßen, die vorwiegend von Streifenhörnchen genutzt werden. Von menschlichen Gestalten lassen sich diese kaum beeinflussen.
Die dritte Gruppe von Lebewesen scheint auf den ersten Blick aus der Tierwelt zu kommen, hat seine Wurzeln aber in einer Anderen: Die Rede ist von vier Wasserratten, die selbst bei Sturm und Regen im See plantschen, während ich als Aufsichtsperson sie trotz langer Hose und Jacke fröstelnd vom Dock aus beobachte. Was soll ich sagen, sie sind mir zumindest in diesem Punkt haushoch überlegen.
Donnerstag, 24. Juli 2014
"Miss Johaana, Miss Johaana!"
So in etwa klingt es, wenn die Kinder meiner Gastfamilie in Springfield, PA nach mir rufen. Ich sehe mich dann entweder mit Schürzchen und Haube, eine Kerze in der Hand, die steile Treppe zu meinem Schlafgemach im nächtlichen London des 18. Jahrhunderts erklimmen oder mit strengem Dutt und Zeigestock den Kindern das 1x1 und Benimmregeln einbläuen.
Glücklicherweise entspricht keine meiner Vorstellungen der Wirklichkeit: Wir leben im 21. Jahrhundert, wenn auch ganze 6 Stunden nach Deutschland, wir befinden uns in Springfield nahe Philadelphia, die Treppe ist nicht steil und ich trage weder Schürzchen, noch Haube, noch einen Zeigestock. Zudem sind die 4 Mädchen zwischen 1 und 7 Jahren sehr gut erzogen, wie es sich für eine lutherische Pfarrersfamilie gehört ;-)
Hier ein paar wissenswerte Fakten, die ich in meiner kurzen Zeit hier sammeln durfte:
Glücklicherweise entspricht keine meiner Vorstellungen der Wirklichkeit: Wir leben im 21. Jahrhundert, wenn auch ganze 6 Stunden nach Deutschland, wir befinden uns in Springfield nahe Philadelphia, die Treppe ist nicht steil und ich trage weder Schürzchen, noch Haube, noch einen Zeigestock. Zudem sind die 4 Mädchen zwischen 1 und 7 Jahren sehr gut erzogen, wie es sich für eine lutherische Pfarrersfamilie gehört ;-)
Hier ein paar wissenswerte Fakten, die ich in meiner kurzen Zeit hier sammeln durfte:
- Nutella - das wichtigste zuerst - ist dreimal so teuer wie in Deutschland und schmeckt wie Billig-Schokoladenaufstrich.
- Amerikanische Trucks, die ähnliche Maße wie ein VW-Bus haben, fühlen sich im Vergleich zu selbigen wie Panzer an. Kennt ihr das, wenn man nach einer Kurve das Lenkrad los, äh locker lässt, damit sich die Räder von alleine wieder gerade stellen? (Ich weiß, Papa, das sollte man aus Sicherheitsgründen vermeiden, aber ... mir fällt gerade kein anderer Grund ein, als dass es so viel bequemer ist!) Versucht das mal mit einem Truck: Pustekuchen. Wenn ihr das Lenkrad nicht aus eigener Kraft zurückdreht, fahrt ihr endlos im Kreis.
- Nicht alle Haushalte haben in jedem Raum einen Fernseher. Dafür - und das halte ich für wesentlich sinnvoller - verfügt jeder Raum über Klimaanlage und/oder Ventilatoren, die die schwül-heiße Luft nach draußen verbannen, wo diese dann geduldig auf euch wartet, um euch beim Öffnen der Tür mit voller Wucht ins Gesicht zu schlagen. Böse Luft? Seid ehrlich, ihr würdet das doch auch tun, wenn ihr den ganzen Tag dort draußen braten müsstet ;-)
- Amerikanische Shops haben - abgesehen von bezahlbarer UND guter Schokolade - alles. Bastel-, Back - und Kochkram, bei dem du zum Großteil erstmal die Verwendung googlen musst, Urwälder aus unechten Pflanzen und Blumen, zwanzig verschiedene Sorten Toastbrot, lebendige Hummer, riesige Barbecue-Grills mit Zubehör, ein komplettes sechsstöckiges Regal voll mit verschiedenen Tomatensoßen, etc.
- Der öffentliche Personennahverkehr ist zumindest hier im städtischen Bereich weder überteuert noch unpünktlich. Im Gegenteil: man kommt sehr sicher und günstig von A nach B, solange man nicht zu ungünstigen Zeiten durch ungünstige Viertel fährt, was ich selbstverständlich tunlichst vermeide.
Der Familienpanzer ist zurück vom Zahnarzt, es wird also gleich wieder... aahhh "Miss Johaana!!" I'm coming!
Montag, 14. Juli 2014
Fliegen kann sooo schön sein!
Wo fange ich an... vor genau einer Woche war die Hochzeit meiner besten Freundin in Berlin. Bis zu diesem Tag war mir nicht bewusst geworden, was mir nur einen Tag später bevorstand. Nicht nur, dass ich zum ersten Mal alleine einen Ozean überqueren würde, um für knapp drei Monate in eine unbekannte Welt einzutauchen. Sondern auch, dass ich die Familie kennen lernen würde, die möglicherweise bald meine eigene wird.
"Reden ist Silber...": Am Flughafen vertrieb ich mir die Zeit und die Nervosität u.a. durch Small-Talk mit einer Mitarbeiterin am Check-In. Ergebnis: Ein Fensterplatz direkt an einer der Tragflächen! Neben mir eine junge Amerikanerin, die sehr gut Spanisch und ein paar Brocken Deutsch sprach. Mit zwei Stunden Verspätung hoben wir von einer frisch geduschten Startbahn gen New York ab. War es unter den Wolken noch düster gewesen, so schloss die Hälfte der Fluggäste aus Angst vor (Ver)Blendung über den Wolken ihr Fenster. Nach einigen Luftlöchern, Schaukeleien und Salti offerierte man uns die lang ersehnte erste Mahlzeit an Bord. Bestellt wurde auf Englisch. Anschließend waren die Getränke an der Reihe. Bestellt wurde auf Deutsch. So lief das für etwa acht Stunden. Unsere arme Hostess weiß wahrscheinlich bis heute nicht, welche Sprache wir sprechen... Zwei Filme und ein paar Musikalben später ließen wir die Wolken hinter uns und nahmen Kurs auf die Landebahn vom JFK Airport New York. Praktischerweise hieß das, einmal komplett um die gegen 9:30 pm hell erleuchtete Stadt zu fliegen. Natürlich zu meiner Seite gekippt, sodass die Ladefläche die Häuser New Yorks zu streifen schien. Magische Momente, die ich mit meiner ebenso begeisterten Sitznachbarin teilen konnte.
Gelandet, gewartet, ausgecheckt, gewartet, Koffer gefunden, Mock gefunden, mit Mock und seiner Mom nach Hause gefahren, gegen 2:00 am ins Bett gegangen. 23 Stunden wach gewesen.
Gelandet, gewartet, ausgecheckt, gewartet, Koffer gefunden, Mock gefunden, mit Mock und seiner Mom nach Hause gefahren, gegen 2:00 am ins Bett gegangen. 23 Stunden wach gewesen.
Samstag, 15. Februar 2014
Die Reise geht weiter...
Geplant war es so: Ich komme nach Deutschland zurück, feier Weihnachten und Silvester, beziehe meine erste komplett eigene Wohnung, studiere und arbeite, heirate, bekomme Kinder und werde glücklich.
Die Realität dagegen sieht so aus: Ich komme nach Deutschland zurück, feier Weihnachten und Silvester - so weit, so gut - und damit hört es auch schon wieder auf.
Bis Ende Januar lag die Kommandozentrale meiner Bewerbungsbemühungen noch in meinem Elternhaus in Plauen. Dank erster Erfolge verlagerte ich selbige für eine erlebnisreiche Nacht zu Freunden der Familie aus Leipzig. Schon am Tag darauf erfolgte die Planung und Umsetzung des nächsten Umzuges in eine WG mit einer mir wohlbekannten Person. In selbiger WG werde ich noch ganze 10 Wochen weilen, bis ich mich wieder auf Wanderschaft begeben werde, um eine neue WG mit meiner Anwesenheit zu beglücken - wenn auch nur für 2 Monate. Bevor ich von Juli bis Ende September meinem geliebten Männlein nach Amerika hinterher eile, wo mir liebenswerterweise schon eine nette Gastfamilie ein Zimmer angeboten hat, werde ich wohl noch in Plauen und Berlin zwei Zwischenstationen einlegen. Soviel zum Thema "erste komplett eigene Wohnung".
"... studiere und arbeite...". Am Studium arbeite ich noch. Das heißt auf der einen Seite bewerben und auf der anderen: arbeiten. Ja, richtig arbeiten! Ohne Erfahrungen in die Hotellerie reinzukommen, ist leicht utopisch. Also hole ich das nach und mache ein Praktikum im Hotel.
"... heirate, bekomme Kinder...". Naja, das ist zwar in Planung, aber noch in (gefühlt) weiter Ferne.
Zu guter Letzt darf ich trotzdem sagen: das mit dem glücklich werden hat trotz allem geklappt! :-)
Die Realität dagegen sieht so aus: Ich komme nach Deutschland zurück, feier Weihnachten und Silvester - so weit, so gut - und damit hört es auch schon wieder auf.Bis Ende Januar lag die Kommandozentrale meiner Bewerbungsbemühungen noch in meinem Elternhaus in Plauen. Dank erster Erfolge verlagerte ich selbige für eine erlebnisreiche Nacht zu Freunden der Familie aus Leipzig. Schon am Tag darauf erfolgte die Planung und Umsetzung des nächsten Umzuges in eine WG mit einer mir wohlbekannten Person. In selbiger WG werde ich noch ganze 10 Wochen weilen, bis ich mich wieder auf Wanderschaft begeben werde, um eine neue WG mit meiner Anwesenheit zu beglücken - wenn auch nur für 2 Monate. Bevor ich von Juli bis Ende September meinem geliebten Männlein nach Amerika hinterher eile, wo mir liebenswerterweise schon eine nette Gastfamilie ein Zimmer angeboten hat, werde ich wohl noch in Plauen und Berlin zwei Zwischenstationen einlegen. Soviel zum Thema "erste komplett eigene Wohnung".
"... studiere und arbeite...". Am Studium arbeite ich noch. Das heißt auf der einen Seite bewerben und auf der anderen: arbeiten. Ja, richtig arbeiten! Ohne Erfahrungen in die Hotellerie reinzukommen, ist leicht utopisch. Also hole ich das nach und mache ein Praktikum im Hotel.
"... heirate, bekomme Kinder...". Naja, das ist zwar in Planung, aber noch in (gefühlt) weiter Ferne.
Zu guter Letzt darf ich trotzdem sagen: das mit dem glücklich werden hat trotz allem geklappt! :-)
Donnerstag, 28. November 2013
Erkenntnisse aus dem November
Normalerweise kann man ja langweilige Wochenenden mit Shoppen umgehen, aber da Malcesine so gut wie keine Touristen mehr beherbergt und auch alle üblichen Einwohner (etwa 2.000), die das entsprechende Kleingeld haben, auf die Malediven flüchten, bricht der Umsatz ein und 98% der Läden sind geschlossen. Vorbei das Weihnachtsgeschenke suchen. Einzig Supermarkt und eine Apotheke haben noch geöffnet.
Letztere habe ich vergangene Woche besucht, nachdem ich aufgrund immer wiederkehrender Gesundheitsprobleme einen Arzt aufsuchen musste. Das sah aus wie folgt: 9.00 Uhr öffnet die Praxis, bereits 8.15 Uhr standen 8 Leute vor verschlossener Tür und warteten. Also ging ich erst auf 10.00 Uhr zum Arzt, um vielleicht gleich dranzukommen. Weit gefehlt, das Wartezimmer war restlos überfüllt. Offiziell schließt die Praxis 12:00 Uhr, 12:07 Uhr war ich an der Reihe. Und auch als ich mit der Ärztin sprach, war das Wartezimmer noch bis auf den letzten Platz voll.
Etwas länger dauert es inzwischen auch bei der italienischen Post. Queen Elisabeth schickte nämlich - übrigens einer der wenigen Lichtblicke im November - ihren Untertanen ein "haltet-durch-Paket" voll mit lustigen Fotos, einer knuffigen Karte und vielen Süßigkeiten aus Deutschland, das 2,5 Wochen unterwegs war. Lizzy, deine Wiederwahl ist hiermit gesichert!!
Auch meine geliebte Mama hat ein Päckchen mit den ersten 15 Säckchen des Adventskalenders geschickt! Selbst November haben ihre Vorteile.
Dienstag, 19. November 2013
Auflösung für die Zahl 1
Es gibt ja solche und solche Wochenenden. Solche, die nicht enden wollen und an denen man sich nur mit immenser Mühe irgendwann nachmittags aus seinem Pyjama rausquält, um ihn wenige Stunden später wieder anzuziehen. Und solche, die innerhalb kürzester Zeit verflogen sind, ehe man sich daran gewöhnt hat, dass gerade Wochenende ist. Oder war.
Wie auch immer, Maria und ich haben letzte Woche ein Wochenende der zweiten Art erlebt - was für eine schöne Abwechslung! Freitag, direkt nach der Arbeit ging es mit dem Bus nach Trento, einer etwa 2 Stunden entfernten Stadt. Dort wartete Roberto schon sehnsüchtig auf seine 2 hübschen Gäste, die es auf italienische Art zu bewirten galt. Erstmals seit unzählbaren Nächten hatten Maria und ich jeder ein eigenes Bett in einem eigenen Zimmer! Ganz ehrlich? Das war seltsam.
Samstag, nach einem reichen, typisch italienischen Frühstück, besichtigten wir die Burg - Castello del Buonconsiglio - von Trento, die sich durch ihre bunten Deckenmalereien auszeichnet. Sehr beeindruckend war vor allem die Anzahl der Gemächte, die zweifelsohne den bisherigen Rekord einzustellen vermochte. Warum wir nicht stattdessen die italienische Sonne genossen? Die Antwort versteckt sich in Bild 1, einem Blick von Robertos Balkon im 13. Stock.
Nachmittags erkundeten wir trotz allem die schöne Altstadt Trentos (siehe Bild 2). Am Abend widmeten wir uns ganz der italienischen Küche (siehe Bild 3). Die Aufteilung sah dabei aus wie folgt: Maria und ich saßen drin und Roberto hat gekocht. Jede unserer Bewegungen in Richtung "Ich helfe dir mal... ich decke schon mal den Tisch... ich kann ja die Tomaten schneiden..." etc. verfolgte er mit Adlersaugen und erstickte sie mit den Worten "Sitzen bleiben, ihr seid meine Gäste!" sofort im Keim. Gewöhnungsbedürftig, aber entspannend, sobald man sich daran gewöhnt hat.
Am Sonntag ging es erst zum Gottesdienst und nach einem letzten original italienischen Mittagessen wieder zurück nach Malcesine. Unsere Einschätzung: immer wieder gerne!
Und die 1 bedeutete "noch eine Nacht bis Trento" :-)
Samstag, nach einem reichen, typisch italienischen Frühstück, besichtigten wir die Burg - Castello del Buonconsiglio - von Trento, die sich durch ihre bunten Deckenmalereien auszeichnet. Sehr beeindruckend war vor allem die Anzahl der Gemächte, die zweifelsohne den bisherigen Rekord einzustellen vermochte. Warum wir nicht stattdessen die italienische Sonne genossen? Die Antwort versteckt sich in Bild 1, einem Blick von Robertos Balkon im 13. Stock.Am Sonntag ging es erst zum Gottesdienst und nach einem letzten original italienischen Mittagessen wieder zurück nach Malcesine. Unsere Einschätzung: immer wieder gerne!
Und die 1 bedeutete "noch eine Nacht bis Trento" :-)
Donnerstag, 7. November 2013
Diese vier Zettelchen hängen an unserer Wohnungstür. Rechts daneben steht die Beschreibung, was die jeweilige Zahl bedeutet, auf grünen Zettelchen.
Meine Frage an euch: Was steht auf den grünen Zettelchen?
Meine Auflösung erfolgt vorerst per persönlicher Nachricht, damit alle anderen weiter raten können.
TIPP: Die meisten Zahlen verändern sich täglich.
Freu mich auf kreative Vorschläge! :-)
Meine Frage an euch: Was steht auf den grünen Zettelchen?
Meine Auflösung erfolgt vorerst per persönlicher Nachricht, damit alle anderen weiter raten können.
TIPP: Die meisten Zahlen verändern sich täglich.
Freu mich auf kreative Vorschläge! :-)
Sonntag, 3. November 2013
die letzten Sonnenstrahlen vor dem Winter
Ende Oktober und die Sonne schien. Da lohnte es sich noch einmal, Fotos zu schießen und Malcesine und seine Aussichten hier in vollem Glanz zu präsentieren.
Bild 1 zeigt einen Durchblick durch den Palazzo dei Capitani, eines der bekanntesten Gebäude in Malcesine.
Bild 2 wurde unterhalb der Burg von Malcesine aufgenommen, an einem Strand, der nur schwer erreichbar und deshalb praktisch verwaist ist. Der perfekte Ort für etwas Privatsphäre.
Bild 1 zeigt einen Durchblick durch den Palazzo dei Capitani, eines der bekanntesten Gebäude in Malcesine.
Bild 2 wurde unterhalb der Burg von Malcesine aufgenommen, an einem Strand, der nur schwer erreichbar und deshalb praktisch verwaist ist. Der perfekte Ort für etwas Privatsphäre.
Donnerstag, 31. Oktober 2013
Was eine Fernbeziehung mit sich bringt
Wir schreiben den 18.10.2013, 11:47 Uhr, Malcesine, Lago di Garda, Italia.
Ich bin auf dem Weg zur Bushaltestelle, über der rechten Schulter meine Handtasche mit allen überlebenswichtigen Untensilien, über der linken ein großer Beutel voll mit Gastgeschenken, Proviant und einem Bruchteil meiner Garderobe.
Die Anzeige an der Bank misst 34°C, gefühlt sind es aber nur knapp 20°C.
Etwas weiter rechts strahlt mich ein hellblauer Himmel über schneebedeckten Bergspitzen an. Der scheint zu wissen, was heute für ein Tag ist. Nur meine Gefühlswelt scheint das noch nicht mitbekommen zu haben. Liegt es an der langen Fahrt, die noch vor mir liegt? Oder an den vielen Umstiegen, die gerade in Italien immer mit Risiken verbunden sind?
Wochenlang, monatelang habe ich auf diesen Tag zugefiebert, habe jeden Tag gezählt und Maria mit meinem Countdown genervt.
Jetzt ist der Tag da, der Countdown ist auf 0. Aber wo bleibt das Feuerwerk? Sollte ich nicht explodieren vor Vorfreude und lachend zum Bus hüpfen? Warum ist der Himmel blau und nicht rosa?
13:39 Uhr, Rovereto, Italia.
Die Busse liegen hinter mir. Vor mir liegen - wenn alles glatt läuft - gut 2 Stunden Aufenthalt in Rovereto und 2 Züge, die mich in Gemeinschaftsarbeit nach Traunstein bringen.
Und dann? Dann sehe ich nach 12 nicht enden wollenden Wochen endlich meinen Freund wieder. Der Augenblick rückt näher, es fehlen nur noch 7 Stunden. Und immer noch dieses Gefühl von Unwirklichkeit. Wann verwandelt es sich endlich in Vorfreude?
Die Temperaturanzeige hier steht auf 16°C, aber die Sonne scheint mir angenehm warm auf den Rücken und lässt mich daran zweifeln, ob ich wirklich Pullover und Jacken in Deutschland brauchen werde.
Gerade kamen 6 Durchsagen unmittelbar hintereinander, um über verspätete Züge zu informieren. Wer sich also über die Deutsche Bahn beschweren möchte, sollte vorher eine Weile in Italien gelebt haben.
17:38 Uhr, irgendwo in Südtirol, 2 km vor Österreich, Italia.
Noch gut 3 Stunden, dann ist die planmäßige Ankunft in Traunstein. Zugegeben, meine übersprudelnde Vorfreude hält sich noch immer in Grenzen, aber es hat sich tiefe Zufriedenheit breitgemacht. Das hat scheinbar auch mein Sitznachbar mitbekommen, der mir spontan Kaffee und Telefonnummer anbot, was ich selbstverständlich beides dankend ablehnte.
Draußen rauschen Berge vorbei, teils bewaldet, teils schneebedeckt. Sobald ich diese hinter mir gelassen habe, bin ich angekommen!
18:44 Uhr, Innsbruck, Österreich.
Noch genau 2 Stunden und bei jedem Blick auf die Uhr zieht sich mein Magen vor Aufregung zusammen.
Draußen ist es schon erstaunlich dunkel, es sind nur noch Umrisse und die Lichter der Häuser auszumachen. Es ist fast Vollmond, er ist hinter einer dünnen Wolkenschicht zu erkennen. Meine Reiselust und mein Sitzfleisch haben sich soeben in ihren wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Mal schauen, wie ich ohne die beiden auskomme…
20:34 Uhr, 10 min vor Traunstein
Bin zu aufgeregt zum Schreiben!
Kurzfassung
An diesem Wochenende haben es Rike und Maxi möglich gemacht, dass ich Mock in Traunstein bei München treffen konnte. Es war wunderschön und unvergesslich. Vielen Dank dafür!
Ich bin auf dem Weg zur Bushaltestelle, über der rechten Schulter meine Handtasche mit allen überlebenswichtigen Untensilien, über der linken ein großer Beutel voll mit Gastgeschenken, Proviant und einem Bruchteil meiner Garderobe.
Die Anzeige an der Bank misst 34°C, gefühlt sind es aber nur knapp 20°C.
Etwas weiter rechts strahlt mich ein hellblauer Himmel über schneebedeckten Bergspitzen an. Der scheint zu wissen, was heute für ein Tag ist. Nur meine Gefühlswelt scheint das noch nicht mitbekommen zu haben. Liegt es an der langen Fahrt, die noch vor mir liegt? Oder an den vielen Umstiegen, die gerade in Italien immer mit Risiken verbunden sind?
Wochenlang, monatelang habe ich auf diesen Tag zugefiebert, habe jeden Tag gezählt und Maria mit meinem Countdown genervt.
Jetzt ist der Tag da, der Countdown ist auf 0. Aber wo bleibt das Feuerwerk? Sollte ich nicht explodieren vor Vorfreude und lachend zum Bus hüpfen? Warum ist der Himmel blau und nicht rosa?
13:39 Uhr, Rovereto, Italia.
Die Busse liegen hinter mir. Vor mir liegen - wenn alles glatt läuft - gut 2 Stunden Aufenthalt in Rovereto und 2 Züge, die mich in Gemeinschaftsarbeit nach Traunstein bringen.
Und dann? Dann sehe ich nach 12 nicht enden wollenden Wochen endlich meinen Freund wieder. Der Augenblick rückt näher, es fehlen nur noch 7 Stunden. Und immer noch dieses Gefühl von Unwirklichkeit. Wann verwandelt es sich endlich in Vorfreude?
Die Temperaturanzeige hier steht auf 16°C, aber die Sonne scheint mir angenehm warm auf den Rücken und lässt mich daran zweifeln, ob ich wirklich Pullover und Jacken in Deutschland brauchen werde.
Gerade kamen 6 Durchsagen unmittelbar hintereinander, um über verspätete Züge zu informieren. Wer sich also über die Deutsche Bahn beschweren möchte, sollte vorher eine Weile in Italien gelebt haben.
17:38 Uhr, irgendwo in Südtirol, 2 km vor Österreich, Italia.
Noch gut 3 Stunden, dann ist die planmäßige Ankunft in Traunstein. Zugegeben, meine übersprudelnde Vorfreude hält sich noch immer in Grenzen, aber es hat sich tiefe Zufriedenheit breitgemacht. Das hat scheinbar auch mein Sitznachbar mitbekommen, der mir spontan Kaffee und Telefonnummer anbot, was ich selbstverständlich beides dankend ablehnte.
Draußen rauschen Berge vorbei, teils bewaldet, teils schneebedeckt. Sobald ich diese hinter mir gelassen habe, bin ich angekommen!
18:44 Uhr, Innsbruck, Österreich.
Noch genau 2 Stunden und bei jedem Blick auf die Uhr zieht sich mein Magen vor Aufregung zusammen.
Draußen ist es schon erstaunlich dunkel, es sind nur noch Umrisse und die Lichter der Häuser auszumachen. Es ist fast Vollmond, er ist hinter einer dünnen Wolkenschicht zu erkennen. Meine Reiselust und mein Sitzfleisch haben sich soeben in ihren wohlverdienten Feierabend verabschiedet. Mal schauen, wie ich ohne die beiden auskomme…
20:34 Uhr, 10 min vor Traunstein
Bin zu aufgeregt zum Schreiben!
Kurzfassung
An diesem Wochenende haben es Rike und Maxi möglich gemacht, dass ich Mock in Traunstein bei München treffen konnte. Es war wunderschön und unvergesslich. Vielen Dank dafür!
Mittwoch, 11. September 2013
Eigentlich...
... sollte und wollte ich schon längst über meinen wundervollen Geburtstag und die vielen tollen Überraschungen schreiben, aber die dazu nötige Stimmung will sich einfach nicht einstellen.
Stattdessen frage ich mich immer öfter, wie ich meine Instrumente in Deutschland lassen konnte, ohne auch nur daran zu denken, wie hilflos ich ohne sie sein würde, wenn ich mit Wut und Frust zu kämpfen habe. Was soll ich zersägen, wo im wahrsten Sinne des Wortes Luft ablassen?
Ihr Musiker da draußen: Selbst wenn ihr nicht mehr für Konzerte übt oder für Wettbewerbe probt und es euch schon fast peinlich ist, wie oft euer Instrument in der Ecke rumsteht, kommt ja nie auf den Gedanken, ihr wärt unabhängig! Das wird euch wahrscheinlich aber erst klar werden, wenn ihr euch auf längere Zeit von eurem Instrument trennt. Versucht es lieber erst gar nicht, es geht nicht gut!
Stattdessen frage ich mich immer öfter, wie ich meine Instrumente in Deutschland lassen konnte, ohne auch nur daran zu denken, wie hilflos ich ohne sie sein würde, wenn ich mit Wut und Frust zu kämpfen habe. Was soll ich zersägen, wo im wahrsten Sinne des Wortes Luft ablassen?
Ihr Musiker da draußen: Selbst wenn ihr nicht mehr für Konzerte übt oder für Wettbewerbe probt und es euch schon fast peinlich ist, wie oft euer Instrument in der Ecke rumsteht, kommt ja nie auf den Gedanken, ihr wärt unabhängig! Das wird euch wahrscheinlich aber erst klar werden, wenn ihr euch auf längere Zeit von eurem Instrument trennt. Versucht es lieber erst gar nicht, es geht nicht gut!
Samstag, 24. August 2013
Was bisher geschah
Aufgrund anhaltender kreativer Schwächephasen lasse ich heute ein paar wenige und doch aussagekräftige Bilder der letzten Tage sprechen.
Dank der großzügigen Einladung von Rike und Maxi durften wir einen wunderschönen Tag im Gardaland verbringen, todesmutig fast jede Achterbahn fahren und aus Wildwasserbahnen total durchnässt wieder aussteigen.
Durch einen PDL-Kurs haben wir Valentin, einen katholischen Südtiroler kennen gelernt, mit dem wir viel unternehmen konnten. Hier sind wir beim Tretbootfahren auf dem See von Riva del Garda (Nordspitze des Gardasees) aus.
Gemeinsam mit ihm und Maria’s Bruder und ihrer Großcousine, die diese Woche zu Besuch waren, sind wir mit der Seilbahn auf den Monte Baldo gefahren, um uns von oben einen Überblick über den See und Malcesine zu verschaffen.
Vergangenen Mittwoch hatten wir einen freien Tag und haben diesen genutzt, um mit dem Auto nach Venedig zu fahren. Beeindruckend war es allemal, vor allem was die Touristenmassen und die überhöhten Preise angeht. Wer von euch hat schon einmal ein Glas Cola für 5,50€ getrunken? Übrigens habe ich die Rückfahrt übernommen. Trotzdem sind alle wieder heil und geschafft zu Hause angekommen.
Soweit zu unseren Ausflügen in letzter Zeit. Alles weitere werde ich erzählen, wenn die Zeit reif ist ;-)
Dank der großzügigen Einladung von Rike und Maxi durften wir einen wunderschönen Tag im Gardaland verbringen, todesmutig fast jede Achterbahn fahren und aus Wildwasserbahnen total durchnässt wieder aussteigen.
Durch einen PDL-Kurs haben wir Valentin, einen katholischen Südtiroler kennen gelernt, mit dem wir viel unternehmen konnten. Hier sind wir beim Tretbootfahren auf dem See von Riva del Garda (Nordspitze des Gardasees) aus.
Gemeinsam mit ihm und Maria’s Bruder und ihrer Großcousine, die diese Woche zu Besuch waren, sind wir mit der Seilbahn auf den Monte Baldo gefahren, um uns von oben einen Überblick über den See und Malcesine zu verschaffen.
Vergangenen Mittwoch hatten wir einen freien Tag und haben diesen genutzt, um mit dem Auto nach Venedig zu fahren. Beeindruckend war es allemal, vor allem was die Touristenmassen und die überhöhten Preise angeht. Wer von euch hat schon einmal ein Glas Cola für 5,50€ getrunken? Übrigens habe ich die Rückfahrt übernommen. Trotzdem sind alle wieder heil und geschafft zu Hause angekommen.
Soweit zu unseren Ausflügen in letzter Zeit. Alles weitere werde ich erzählen, wenn die Zeit reif ist ;-)
Freitag, 2. August 2013
Mister da Gigi
Gestern versüßte uns ein Erlebnis der ganz besonders überraschenden Art unseren überaus erfüllenden Arbeitstag. Maria und ich hatten gerade erleichtert den Heimweg angetreten, wie üblich unser “Ciao!!” ins Ristorante da Gigi reingerufen und waren weiter Richtung Wohnung gelaufen, als Mister da Gigi (so nenne ich ihn, weil ich seinen Namen nicht kenne und er das Restaurant zu leiten scheint) uns ein “Volete un caffè?!“ (Wollt ihr einen Kaffee?!) hinterher rief. Entschuldigend drehten wir uns um und ich rief mit meinem typischen Spanisch-Italienisch-Mix zurück, dass wir leider beide keinen Kaffee tränken. Prompt kam zurück “Cappuccino?!”, woraufhin wir uns per Blickkontakt einigten, dass dagegen nichts einzuwenden war. Also drehten wir um und suchten uns den mit Abstand hübschesten Tisch mit einer Wahnsinns-Aussicht auf den See aus. Jedes Mal, wenn Mister da Gigi an uns Cappuccino schlürfenden Mädels vorbeikam, ernteten wir sein strahlendes Lächeln und bestätigten, dass wirklich alles in Ordnung ist und wir restlos zufrieden sind. Und das war in dem Moment noch nicht einmal übertrieben!
Lange später wollten wir uns doch auf den Weg machen und unsere Rechnung bezahlen. Als die Bedienung allerdings zurückkam, eröffnete sie uns, dass Mister da Gigi uns eingeladen hatte und wir nichts bezahlen müssten. Da man in Italien kein Trinkgeld gibt, sondern dieses wenn überhaupt auf dem Tisch hinterlässt, sammelten wir hocherfreut unser Kleingeld zusammen und kreierten ein echt niedliches Herz daraus. Echt bedauerlich, dass wir sein Gesicht nicht beobachten konnten, als er das (hoffentlich) gefunden hat!
Wir haben uns vorgenommen, dass wir - sobald unsere finanzielle Unterstützung eingetroffen ist - im Ristorante da Gigi unseren neu gewonnenen “Reichtum” mit einer Pizza feiern werden. Freundlichkeit ist also doch noch die beste Marketingstrategie!
Wir haben uns vorgenommen, dass wir - sobald unsere finanzielle Unterstützung eingetroffen ist - im Ristorante da Gigi unseren neu gewonnenen “Reichtum” mit einer Pizza feiern werden. Freundlichkeit ist also doch noch die beste Marketingstrategie!
Mittwoch, 31. Juli 2013
Theorie und Praxis - ein Gegensatz?
Ein kleiner Auszug des Praktikumsvertrag zwischen mir und der Sprachschule, wo Maria und ich derzeit arbeiten:“2. This placement is the practical part of the vocational training. It is intended for the trainee to:
- encounter the social and economical environment of the workforce
- use his/her knowledge and skills under realistic conditions
- acquire job-related skills
- gain job related experiences by being involved in specific work and business processes
- develop teamwork and communication skills as well as social competences
- develop abilities to schedule and perform work assignments in adequate time and to control, record and present his/her results
- encourage self-perception by experiencing his/her own potential and capacity”
“11. Scheduled activities:
- Translation from German to English / Italian
- Course preparation and follow up
- Draft of letters, tables etc.
- Internet enquiries
- Customer service
- School related activities etc.”
Die Übersetzung kann bei Bedarf bei google.translator nachgelesen werden.
Nun zum Vergleich ein Einblick in unser bisheriges breit gefächertes Tätigkeitsfeld, auf das wir zwei harte Jahre lang vorbereitet wurden:
- Instandhaltungs- und Aufwertungsmaßnahmen zur Verbesserung des Betriebsklimas
- Sicherstellung der Funktionalität und der betrieblichen Abläufe
- Kreative Schöpfungen im Sinne der Gemeinschaft
- Erhaltung des Lagerbestandes gemäß des Bestellpunktverfahrens
- Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
- Befreiung Technischer Anlagen und Maschinen von überflüssigen Vermögensgegenständen
- Rural angehauchte Übersetzungstätigkeiten
- Tieferer Einblick in das Tätigkeitsfeld eines Außendienstmitarbeiters
- Digitalisierung handgeschriebener Dokumente zur Unterstützung der Lehrkräfte
- Leitung und Durchführung strategisch wichtiger Marketingprozesse
Die entsprechende Übersetzung findet sich hier:- Fegen der Außenanlage
- Geschirr spülen
- Für die Mitarbeiter Mittagessen kochen
- Einkaufen gehen
- Rathaus zu Fuß mit Kopierpapier beliefern
- Alte Druckerpatronen entsorgen
- Handschriftliche Übersetzung von Fachtexten aus dem Deutschen ins Englische mit zwei Wörterbüchern (Deutsch-Italienisch, Englisch-Italienisch)
- Müll zum Container bringen
- Unterrichtsinhalte abtippen
- Bürotätigkeiten, die auch ein 5jähriger problemlos erledigen könnte
Wie ihr seht, wird von uns all unsere Fachkompetenz abverlangt. Zugegeben, wir wissen gar nicht so recht mit dieser riesigen Verantwortung umzugehen. Gibt es unter euch oder in eurem sozialen Umfeld eine Führungspersönlichkeit, die uns dahingehend kostengünstig beraten könnte? Wir sind für jegliche Unterstützung überaus dankbar.
Sonntag, 28. Juli 2013
Benvenuti in Italia - Teil 2
Malcesine - einer der schönsten Flecken der Erde. "Naja, man kann's auch übertreiben", dachte ich mir, bevor wir hier ankamen und alles mit eigenen Augen sehen konnten. Der See ist unheimlich klar und kühl und eignet sich besser als jede kalte Dusche als Abkühlung bei dieser Hitze. Im Hintergrund die Berge, die fast immer in einen leichten Nebelschleier gehüllt sind und dadurch ein bisschen mysteriös wirken. An der Promenade Villen, Restaurants, Bars, Hotels und Pizzerien in Hülle und Fülle - alle mit Blick auf den See.
Von unserem Haus (siehe Bild 2) aus führt eine kleine Gasse direkt auf den 250m entfernten See zu (siehe Bild 3). Schon am Abend der Ankunft haben wir diese Einladung wahrgenommen und sind fröhlichen Herzens baden gegangen. Bei der Gelegenheit haben wir ein Schild gesehen, das uns mitteilte, es sei der Santa Anna-Tag, der mit einem riesigen Feuerwerk gefeiert würde. Also nach dem Abendessen schnell wieder runter an den See und bis halb 11 gewartet. Die Spannung stieg. Punkt halb zischte eine Rakete in die Luft, leuchtete kurz auf und verursachte einen unheimlich lauten Knall, der von allen Seiten widerhallte und wahnsinnig dröhnte. Die Zuschauer hielten den Atem an und warteten auf das, was kommen sollte. Aber es folgte Stille. Zwei Minuten lang war alles ruhig. Dann, wieder eine Rakete, dasselbe Schauspiel. Und wieder Stille. Gespannt warteten alle, wie es weitergehen würde. Erst weitere zwei Minuten später begann das eigentliche Feuerwerk: ganze Raketenformationen wurden abgefeuert und verwandelten den Himmel in ein Meer aus bunten Sternen. Einzelne Knaller bedeckten den gesamten Himmel und ließen unsere Münder einfach nur offen stehen. Und die ganze Zeit im Hintergrund der Widerhall von den Bergen, der diesem Schauspiel eine ganz besondere Atmosphäre verlieh. Vollkommen beeindruckt von diesem Erlebnis kehrten wir in unsere Wohnung zurück und verbrachten die erste Nacht in unserem gemeinsamen Zimmer. Dieses Zimmer konnte ich leider nicht fotografieren, da der Zoom meiner Kamera nicht ausreicht, um es für euch erkennbar zu machen. Ja, es ist winzig. Deshalb verbringen wir auch ausschließlich die Nächte drin und bleiben tagsüber soweit es geht draußen. Im Moment ist das kein Problem, da das Wetter es ja so anbietet. Die Küche dürfen wir mit nutzen, was uns vor ein paar kleine Herausforderungen stellt. Mama, wie funktioniert das mit dem Gasofen?? (Keine Sorge, ich hab das herausgefunden, bevor die ganze Küche vergast war :-) )
Samstag morgen verließen uns Maria's Vater und Bruder nach dem Frühstück, um sich auf den langen Rückweg zu machen. Wir gingen selbstverständlich gleich noch einmal baden und genossen später den Schatten auf der Hollywood-Schaukel im Garten unter den Kiwi-Sträuchern (wo es Wifi gibt!). So fühlt sich Urlaub an! Noch vor dem Mittagessen sind wir die Hauptstraße entlanggelaufen, um einen Blick auf unsere zukünftige Arbeitsstelle zu werfen. Leider ist sie momentan in ein Gerüst gehüllt und kaum sichtbar. Auf dem Rückweg kamen wir an einem Supermarkt vorbei und kauften die wichtigsten Dinge (Nudeln, Tomaten, Pizza) für die nächsten Mahlzeiten ein. Am Nachmittag gingen wir zum dritten Mal im See schwimmen. So in etwa endete auch dieser Tag sehr ruhig und angenehm.
Heute habe ich einen kleinen Spaziergang durch die Stadt gemacht und habe dabei auch in die katholische Kirche hineingeschaut. Judith, ich habe übrigens auch den Laden gefunden, wo du die grüne Maske mit den Federn für mich gekauft hast!! Jetzt habe ich seit langen einmal wieder phase6 gestartet und trainiere fleißig Italienisch-Vokabeln, die ich im Moment noch nicht brauche, da hier fast jeder Deutsch spricht. Aber ab morgen geht es ja auch Arbeit und dann wäre die Sprache doch schon von Nutzen.
So, jetzt seid ihr dran! Schreibt mir, wie es euch in Deutschland - oder wo immer ihr gerade seid - geht! Ich freue mich auf Infos von euch :-)
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